Nominierte Welterbestätte

Baden-Badens Beitrag zum außergewöhnlich universellen Wert liegt darin, dass es seit der Antike bis heute alle bedeutenden Entwicklungsphasen einer europäischen Kurstadt erfahren hat. Aufgrund des staatlich konzessionierten Glücksspiels stieg Baden-Baden zudem zu einem Modell der deutschen Spielebäder von internationaler Bedeutung auf.

Beschreibung der nominierten Welterbestätte

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Das Gebiet der nominierten Welterbestätte

Die nominierte Welterbestätte umfasst die Altstadt mit dem historischen Bäderviertel, das Kurviertel mit den weitläufigen Garten- und Parkanlagen der Lichtentaler Allee, die Villenviertel Beutig-Quettig und Annaberg sowie Bereiche der Ooser Vorstadt und der Lichtentaler Vorstadt.

Altstadt mit historischem Bäderviertel

Am Fuße des Schlosses erstreckt sich die Altstadt mit dem bis in die Antike zurückreichenden Bäderviertel. Die mittelalterliche Unterstadt umfasst den Marktplatz mit der Stiftskirche und das seit 1862 bestehende Rathaus. Nördlich der Stiftskirche schließt sich mit dem Alten Dampfbad sowie dem monumentalen Friedrichsbad das Bäderquartier des 19. Jahrhunderts an. Es gründet auf die unter dem Marktplatz liegenden antiken „Kaiserthermen“ sowie auf die römischen Soldatenbäder, deren Ruinen in einer Ausstellung begehbar sind.

Kurviertel

Das Kurviertel befindet sich in der Talsenke unterhalb des Friesenbergs. Den Übergang von der Stadt zum Kurviertel bildet die Fieserbrücke über der Oos. Die im Kurviertel gelegenen zentralen Gebäude (Theater, Konversationshaus und Trinkhalle) richten ihre Schauseiten zur Stadt und werden doch gleichzeitig durch die Oos und die angrenzenden Hotelbauten von dieser getrennt.

Das Kurviertel bildet nach wie vor den Mittelpunkt der Kurstadt. Im Zentrum des Kurviertels steht das 1822-24 von Weinbrenner errichtete Konversationshaus. Während sich der Festsaal hinter dem Portikus befindet, umfasst der nördliche Eckpavillon die Spielbank. Leicht zu erkennen ist das in französischer Architektur erbaute benachbarte Theater. Die 1839-42 erbaute Trinkhalle besteht aus einer Wandelhalle und einer Trinkhalle, aus der aus vier Trinkbrunnen Heilwasser gespeist wird. Über der Trinkhalle liegt der als Landschaftsgarten gestaltete Kurpark mit der rumänisch-orthodoxen Stourdzakapelle.

Garten- und Parkanlagen an der Lichtentaler Allee

Die berühmte, 2,3 km lange Lichtentaler Allee entlang der Oos beginnt am Goetheplatz und endet am Klosterplatz in Lichtental. Sie führt entlang dem Stammsitz des Internationalen Clubs (heute LA 8), der 1908 entstandenen Staatlichen Kunsthalle und dem angrenzenden Museum Frieder Burda, sowie dem heute als Stadtmuseum genutzten Alleehaus. Eine wesentliche Rolle spielt im Verlauf der Allee der Oosbach, der die gesamte Parkanlage prägt. Der weitläufige Landschaftspark besitzt einen Bestand an heimischen und exotischen Bäumen und Pflanzen.

Unweit des ersten Tennisclubs Deutschlands, befindet sich die sogenannte Gönneranlage. Hierbei handelt es sich um eine geometrische Gartenanlage, in deren Mitte sich ein Brunnen erhebt.

Villenviertel Beutig-Quettig und Annaberg

Das Villengebiet Beutig-Quettig weist eine Vielzahl an historischen Villen auf. Besitzer waren Industrielle, Künstler und Adlige, die ihre Häuser zeitweise vermieteten, oder sich dauerhaft niederließen.

Steigende Einwohnerzahlen sorgten um 1902/3 für die Ausweisung des Annabergs als Villengebiet „Friedrichshöhe“. Dieses Villengebiet besitzt mit der Wasserkunstanlage „Paradies“ eine bedeutende Garten- und Wohnanlage der 1920er Jahre nach Entwürfen Max Laeugers.

„Ooser Vorstadt“

Die Vorstädte des frühen 19. Jahrhunderts markieren die Stadterweiterung außerhalb der Stadtmauern im Oostal. Die Ooser Vorstadt besitzt mit dem heutigen Hindenburgplatz den wichtigsten städtebaulichen Übergang von der Altstadt zum Bahnhofsviertel.

„Lichtentaler Vorstadt“

Die Lichtentaler Vorstadt kennzeichnet die planmäßige Stadterweiterung im 19. Jahrhundert. Als Entrée in die Vorstadt fungiert die ab 1855 errichtete evangelische Stadtkirche. Der Bau der Russisch-orthodoxen Kirche mit dem charakteristischen vergoldeten Zwiebelturm wurde 1881/2 durch Spenden finanziert. Die an die Lichtentaler Allee angrenzenden Grundstücke sind große Villen- und Hotelanlagen, darunter das ehemalige Hotel Stéphanie-Les-Bains (seit 1880 Luxushotel Brenners Parkhotel) sowie das ehemalige Hotel Bellevue.

Lichtentaler Allee
Blick von Süden auf Altstadt und Annaberg
Stourdza-Kapelle
Gebäude Russische Kirche
Lichtentaler Vorstadt mit Brenners Park-Hotel
Paradies
Badischer Hof
Villa Turgenew
Blick von Osten über die Innenstadt Richtung Rheinebene