Wissenschaftliche Beiträge

Europäische Kurstädte und Modebäder des 19. Jahrhunderts

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Seit etwa 2006 gibt es Überlegungen zu einem Welterbeantrag der Stadt Baden-Baden. Mit der ICOMOS-Jahrestagung 2010 fand in Baden-Baden eine internationale Fachkonferenz zum Thema „Kurstädte und Modebäder des 19. Jahrhunderts“ statt. Die Tagung sollte im Rahmen einer vergleichenden Studie erste Impulse für eine gemeinsame Bewerbung geben. Die Veranstalter gelangten gemeinsam mit verschiedenen ICOMOS-Vertretern und ca. 200 Teilnehmern nach der dreitägigen Veranstaltung zu dem Ergebnis, „..dass es in Europa eine kleine Gruppe von Kurstädten des 19. Jahrhunderts gibt (sogenannte „Weltbäder“), die nicht nur repräsentativ für die Geschichte des europäischen Kurwesens stehen. Ihr materielles und immaterielles Kulturerbe ist so stark miteinander verknüpft, dass sein universeller Wert erst in einer nationale Grenzen überschreitenden Zusammenschau deutlich wird“ (V. Eidloth 2012).


Zwischen Heilung und Zerstreuung - europäische Kurparks und Kurgärten des 19. Jahrhunderts

Vom 19. bis 21. März 2015 veranstaltete das Landesamt für Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit ICOMOS und dem Arbeitskreis Historische Gärten der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur eine weitere internationale Tagung. Ihr Thema lautete „Zwischen Heilung und Zerstreuung - europäische Kurparks und Kurgärten des 19. Jahrhunderts“.

Eine zentrale Fragestellung war, ob man analog zur Kurstadt als einem Sondertypus des Städtebaus auch von Kurparks als einem spezifischen Typus in der europäischen Gartenkunst sprechen kann. Betrachtet wurde unter anderem, welche Rolle Kurparks in der Gartentheorie spielten, welchen Stellenwert sie im Werk namhafter Gartenkünstler einnehmen und ob es regionale Unterschiede in Hinblick auf die Gestaltung gab.

Ein weiteres Anliegen der Tagung war, den Blick über den Maßstab der gärtnerischen Gestaltung hinaus auf größere grünplanerische Zusammenhänge zu lenken. Neben der städtebaulichen Bedeutung der Kuranlagen für planmäßige Stadtentwicklungen oder als Ausgangspunkt städtischer Grünsysteme soll die Erschließung der Landschaft in der Umgebung von Heilbädern als ein typisches, aber bisher nur ansatzweise wissenschaftlich bearbeitetes Phänomen betrachtet werden.

Nicht zuletzt wurde bei der Tagung auf die heutigen Anforderungen beim Erhalt historischer Kurparks eingegangen und gartendenkmalpflegerische Ansätze und Projekte vorgestellt.


Playgrounds of Europe - Vergleichsstudie

Deckblatt der Vwergleichsstudei "Playgrounds of Europe". Historische Zeichnung der Menschen vor dem KurhausBild vergrößern

Um festzustellen, welche Kurorte den universellen Wert im Sinne des UNESCO-Welterbes besitzen, hat der Gemeinderat im Jahr 2009 die vorliegende Vergleichsstudie beauftragt. Sie ist die Grundlage für die Internationale Fachtagung, die im November 2010 zusammen mit ICOMOS Deutschland und dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg ausgerichtet wurde.


Abschlussbericht Internationalität in ausgewählten Kurstädten des 19. Jahrhunderts

Deckblatt des Abschlussberichts "Internationalität in ausgewählten Kurstädten des 19. Jahrhunderts". Zu sehen ist eine Zeichnung einer Russischen Kirche.Bild vergrößern

Schon seit einiger Zeit wurden Überlegungen angestellt, für Baden-Baden, für Wiesbaden wie auch für das böhmische Bäderdreieck als bedeutende Kurstädte des 19. Jahrhunderts die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste zu beantragen. In den letzten Jahren haben sich diese Überlegungen dahingehend konkretisiert, die bevorzugte Option in einem seriellen Antrag zu sehen, der mehrere europäische Kurstädte von im 19. Jahrhundert vergleichbarer kulturhistorischer Bedeutung und in einem ähnlich guten Erhaltungszustand umfasst. Zu den Kriterien für die Bedeutung solcher Kurstädte wird neben anderen auch deren Internationalität gezählt.

Die Studie „Internationalität in ausgewählten Kurstädten des 19. Jahrhunderts“ von Katharina Herrmann, Tamara Klemm und Markus Mayer beschäftigt sich mit der Frage der Internationalität der Kurstädte Baden-Baden, Franzensbad, Karlsbad, Marienbad, Spa, Vichy und Wiesbaden. Den Auftrag zur Untersuchung erteilten das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg (für die sechs erstgenannten Städte) und die Landeshauptstadt Wiesbaden (für Wiesbaden).