Der Klimawandel ist auch in Baden-Baden bereits spürbar, etwa durch zunehmende Hitze, häufigere Starkregenereignisse oder längere Trockenperioden.
Um darauf zu reagieren, erarbeitet die Stadtverwaltung ein Klimaanpassungskonzept für den gesamten Stadtkreis. Ziel ist es, Maßnahmen zu entwickeln, die unsere Region widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels machen. Dabei sind Ihre Erfahrungen vor Ort besonders wertvoll: Über diese Umfrage können Sie Ihre Beobachtungen, Hinweise zu bestehenden Maßnahmen sowie Ideen und Wünsche für zukünftige Maßnahmen im Bereich der Klimaanpassung direkt über eine interaktive Karte verorten und mit uns teilen.
Das Klima in Baden-Baden ändert sich. Messungen an der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes in Geroldsau zeigen einen Anstieg der Durchschnittstemperatur.
Eine wichtige Grundlage zur Projektion des Klimas spielt die Konzentration von Treibhausgasen und Aerosolen in der Atmosphäre, deren mögliche Entwicklung in so genannten Konzentrations-Pfaden (englisch „Representative Concentration Pathways“, RCPs aus dem 5. IPCC Bericht, 2013) klassifiziert werden. Bei den RCP-Szenarien bilden die Treibhausgaskonzentration und der Strahlungsantrieb den Ausgangspunkt.
In allen betrachteten Klimazukunftsszenarien wird eine weitere Zunahme der durchschnittlichen Lufttemperatur für Baden-Baden prognostiziert.
Im Szenario „Weiter-so-wie-bisher“ (ICCP, RCP 8.5) wird ein kontinuierlicher Anstieg der Treibhausgasemissionen angenommen und gilt damit als „Worst-Case“-Fall.
Stadt Baden-Baden
Die Folgen des Klimawandels beschränken sich dabei nicht auf die Zunahme der Lufttemperatur. Die saisonale Verteilung des Niederschlags wird sich ändern, generell ist von einer winterlichen Zunahme und sommerlichen Abnahme auszugehen. Weitere potentielle Folgen sind die Zunahme von Starkwinden, Starkregen-Ereignissen, Hagel sowie Sommertrockenheit.
Anpassung an den Klimawandel
Damit Baden-Baden auch in Zukunft wirklich lebenswert bleibt, müssen wir uns nicht nur um den Schutz des Klimas kümmern, sondern auch um die Anpassung an seine Veränderungen.
Handlungsstrategien für die Stadtplanung
Die Wirkung einer einzelnen Anpassungsmaßnahme führt vorerst nur lokal zu einer Verbesserung des Klimas. Erst das Zusammenwirken von mehreren Maßnahmen bewirkt einen Rückgang der städtischen Wärmeinsel. Besonders effizient sind Abschattungsmaßnahmen sowie unversiegelte Flächen.
Eine ausreichende Durchlüftung mindert thermische und lufthygienische Belastungen. Dies ist insbesondere bei austauscharmen Wetterlagen (z.B. autochthonen Wetterlagen) relevant. Neben dem Erhalt von Kaltluftproduktionsflächen sind hindernisarme Fließwege in belastete Bereiche erforderlich. Um das bodennahe Eindringen von Kaltluft in Siedlungsbereiche zu ermöglichen, sind Luftleitbahnen in Fließrichtung der Kaltluft hilfreich.
Stadt Baden-Baden
Für die Reduktion von thermischen Belastungen sollte vorrangig die Erhaltung und Gewinnung von Vegetationsflächen betrachtet werden. Weitere Maßnahmen sind:
Minimierung von versiegelten Flächen
Vermeidung von Stein- und Schottergärten
Verschattung versiegelter BereicheInner
städtische Grünflächen mit Baumbestand
Innenhof- und Straßenraumbepflanzungen
Dachbegrünung und Dächer mit heller Farbe
Kombination von extensiver Dachbegrünung und Photovoltaik