Tipps der Feuerwehr: Richtiges Verhalten bei Unwetterwarnungen

Baden-Baden. Unwetter können plötzlich auftreten und erhebliche Schäden anrichten. In den meisten Fällen werden sie jedoch vom Deutschen Wetterdienst angekündigt. Informationen zu aktuellen Warnlagen gibt es jederzeit im Radio, Fernsehen oder online.

„Wichtig ist, rechtzeitig vorzusorgen und umsichtig zu handeln“,

betont Christian Pilardeaux, Leiter des Amts für Brand- und Bevölkerungsschutz. Gebäude und Grundstücke sollten regelmäßig kontrolliert werden – dazu gehören Dächer, Antennen, Solaranlagen und auch Bäume, die bei Sturm eine Gefahr darstellen können. Empfindliche Elektrogeräte wie Computer oder Fernseher sollten bei drohendem Unwetter vom Stromnetz getrennt werden. Ebenso gilt: lose Gegenstände im Freien rechtzeitig sichern, damit sie nicht wegfliegen und Schäden verursachen.

Wo man am (un)sichersten ist

Wenn das Unwetter einsetzt, ist es am sichersten, in einem festen Gebäude zu bleiben. Fenster, Türen und Dachluken müssen geschlossen sein, Durchzug sollte vermieden werden. Besonders gefährlich ist es, bei Starkregen oder Hochwasser in den Keller zu gehen – hier besteht Lebensgefahr. Stattdessen sollten höhere Stockwerke aufgesucht werden. Wälder, Alleen, Baustellen oder Gerüste sind während und unmittelbar nach einem Sturm zu meiden. Auch im Straßenverkehr ist Vorsicht geboten. Heftiger Regen kann Kanaldeckel anheben oder Straßen beschädigen, starker Wind macht eine angepasste Fahrweise erforderlich. Fahrzeuge sollten nicht unter Bäumen oder in Senken abgestellt werden.

Sicherheit nach dem Unwetter

Nach dem Unwetter empfiehlt das Amt für Brand- und Bevölkerungsschutz, Gebäude und Grundstücke sorgfältig auf Schäden zu überprüfen. Glasbruch, lose Dachziegel oder Wassereinbrüche müssen schnell erkannt werden. Elektrische Geräte dürfen nur dann wieder eingeschaltet werden, wenn sie nicht mit Feuchtigkeit in Berührung gekommen sind. Wer ein beschädigtes Dach bemerkt, sollte den Gefahrenbereich meiden und absperren, bis Fachkräfte die Schäden beseitigt haben.

Im Notfall:

Gefahrenstellen, die unmittelbare Hilfe erfordern, sind über den Notruf 112 zu melden. „Bitte halten Sie die Leitungen für echte Notfälle frei. Schäden ohne akute Gefahr können auch nach dem Unwetter gemeldet werden“, so Pilardeaux abschließend.

Weitere Informationen

Zur persönlichen Notfallvorsorge empfiehlt das Amt außerdem, den eigenen Haushalt auf mögliche Ausfälle von Strom, Mobilfunk oder Versorgung vorzubereiten. Sinnvoll sind unter anderem die Warn-App NINA, ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio, Taschenlampen, geladene Powerbanks sowie ein Vorrat an Trinkwasser, haltbaren Lebensmitteln, Hygieneartikeln und regelmäßig benötigten Medikamenten. Als Orientierung empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können; bereits ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft. Beim Trinkwasser gelten rund zwei Liter pro Person und Tag als Richtwert. Wichtige Telefonnummern sollten zusätzlich auf Papier vorliegen. Auch an die besonderen Bedürfnisse von Kindern, älteren oder pflegebedürftigen Menschen sowie an Haustiere sollte gedacht werden.