Stadt stellt Weichen für ein künftiges Gefahrenabwehrzentrum

Baden-Baden. Die Stadt Baden-Baden steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung für die Zukunft ihrer Sicherheitsarchitektur. Der Bau- und Umlegungsausschuss befasst sich in seiner nächsten Sitzung mit den Planungen für eine künftige Zweistandortlösung der Feuerwehr.

Zweistandortlösung für Berufsfeuerwehr

Die über 50 Jahre alte Feuerwache entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen an eine bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Feuerwehr. Der Gemeinderat hat die Verwaltung daher 2022 mit den notwendigen Schritten beauftragt. Der ursprünglich beschlossene vollständige Neubau einer Feuerwache am Standort Schwarzwaldstraße 50 ist mit einem prognostizierten Gesamtvolumen von rund 102 Millionen Euro allerdings finanziell nicht realisierbar. Dennoch besteht ein dringender Handlungsbedarf zur strukturellen und räumlichen Neuaufstellung der Feuerwehr sowie zur Sicherstellung einer leistungsfähigen und resilienten Gefahrenabwehr. Mit freiwerdenden Flächen im Gebäudekomplex Rheinstraße 99 / Murgstraße 1 und 3 (Riverty-Gebäude) ergibt sich die Möglichkeit, die Berufsfeuerwehr in einer Zweistandortlösung neu aufzustellen. Die vorgeschlagene Lösung ermöglicht eine deutlich schnellere, wirtschaftlichere und risikoärmere Umsetzung als ein vollständiger Neubau. Erste Untersuchungen zeigen, dass im Innenhof moderne Fahrzeughallen errichtet werden können. 

Riverty begrüßt den geplanten Erwerb

In den Gebäudeteilen F und G sind zudem ausreichend Flächen für die Berufsfeuerwehr, wesentliche Werkstattbereiche, die Verwaltung sowie eine Integrierte Leitstelle vorhanden. Die bestehende Zufahrt zur B 500 ermöglicht eine leistungsfähige Alarmausfahrt. Es können allerdings nicht sämtliche Funktionen an diesem Standort abgebildet werden. Aus diesem Grund ist vorgesehen die Freiwillige Feuerwehr sowie einzelne Spezial- und Logistikbereiche weiterhin an der Schwarzwaldstraße zu belassen. Für das Vorhaben ist vorgesehen, dass die Stadt die Gebäudeteile F und G an der Europastraße und Murgstraße 1 erwirbt. Die übrigen Gebäudeteile A bis E soll die städtische Tochtergesellschaft für Stadterneuerung und Stadtentwicklung Baden-Baden mbH (GSE) übernehmen. Die dort bereits genutzten Flächen bleiben weitgehend belegt und werden durch Umzüge aus den Gebäudeteilen F und G ergänzt. Miterworben werden soll zudem die dazugehörige Hochgarage in der Schwarzwaldstraße deren Parkplätze anteilig den Objekten zugeordnet werden. Die Finanzierung der Maßnahme soll vollständig aus dem „Länder- und Kommunal-Infrastrukturgesetz“ (LuKIFG, Sondervermögen der Bundesrepublik Deutschland) erfolgen. Riverty begrüßt den geplanten Erwerb und wird die benötigten Flächen in Baden-Baden langfristig weiter nutzen und umfassend modernisieren. Das Unternehmen investiert damit in moderne Arbeitsbedingungen für seine rund 700 Mitarbeitenden und in die Zukunft des Standorts.