Tag des offenen Denkmals

Chance Denkmal in Baden-Baden: Die Sommerhauptstadt des 19. Jahrhunderts heute

Werbebanner: Text: "Tag des offenen Denkmals; Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.; 13.09.2020". Logo der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.Bild vergrößern

Kurstädte bieten seit jeher Raum für innovative und gar revolutionäre Ideen. Seit dem späten 18. Jahrhundert sind sie internationale Treffpunkte für Künstler, Wissenschaftler und Andersdenker. So fanden unter anderem die Gedanken und Ideale der Aufklärungen in diesen Städten besonderen Anklang. Diese Tradition des Neudenkens ist wesentlicher Bestandsteil des „Great Spas of Europe“ UNESCO-Welterbeantrags. Denn Baden-Baden ist eine der elf bedeutenden europäischen Kurstädte des 19. Jahrhunderts, die sich gemeinsam auf dem Weg zum Welterbe befinden.

Das kommende Jahrzehnt benötigt neue und insbesondere nachhaltige Ideen und Wege. Zum Tag des offenen Denkmals 2020 wird das Denkmal als Chance betrachtet: Was kann ein Denkmal alles leisten und wo kann es als Innovationsmotor dienen? Baden-Baden ist geprägt von seinen 1500 Kulturdenkmalen, die an die Geschichte erinnern und essentiell für den Fortbestand des kulturellen Erbes sind. Durch den sorgfältigen Umgang mit ihnen trägt jeder zu einem lebendigen Stadtbild im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne bei. Doch was heißt etwa Nachhaltigkeit in Bezug auf die Denkmalpflege? Die Stadt möchte am Tag des offenen Denkmals zeigen, wie nachhaltig die Denkmalpflege denkt, agiert und wirkt.

Diese und weitere spannende Fragen werden dieses Jahr am Tag des offenen Denkmals, am 13. September, beantwortet. Die Stadt lädt zu vielseitigen öffentlichen Veranstaltungen und einem digitalen Angebot ein.

Tag des offenen Denkmals digital

Wer dieses Jahr den Tag des offenen Denkmals lieber von Zuhause erleben möchte, für den ist das kein Problem. Die Stadt bietet die Möglichkeit digital in die Baden-Badener Denkmallandschaft einzutauchen. Das digitale Programm steht ab dem 11. September hier zur Verfügung.

Wissensquelle Denkmal: Traditionelle Handwerkstechniken im 21. Jahrhundert
Drei in Baden-Baden tätige Handwerker geben Antwort auf die Fragen, welche Relevanz traditionelle Handwerkstechniken im 21. Jahrhundert besitzen und was man in Bezug auf Nachhaltigkeit von ihnen lernen kann.

360° Denkmal-Rundgänge
Zu entdecken sind auf den virtuellen 360° Rundgängen neue und altbekannte Denkmale. Interessierte erleben Baden-Baden mal anders und erfahren Wissenswertes über die Geschichte dieser besonderen Denkmale.

Hier geht es zu den Rundgängen

Kneippanlage im Friedrichsbad.

Das Brahmshaus
Die Brahmsgesellschaft Baden-Baden e.V. hat es sich seit ihrer Gründung im Jahr 1966 zur Aufgabe gemacht, das Brahmshaus zu erhalten und damit an den berühmten Komponisten Johannes Brahms und seine Zeit in Baden-Baden zu erinnern. Zum Tag des offenen Denkmals kann man sich bequem von zuhause aus  ein Bild von unserem Denkmalschatz machen.

Ritter und Rose. Auf den Spuren der Ebersteiner
Im Mittelalter haben die Ebersteiner die KulturRegion Karlsruhe großräumig geprägt. Ihre Spuren sind dort bis heute zu finden und zu erleben: ihre Burgen und Schlösser, ihre Städte, ihre Klöster. Ein Film der in Kooperation mit Denkmale Karlsruhe und Kultur Region für die Denkmal Wochen Digital entstanden ist.

Programm vor Ort

Trotz der Corona-bedingten Einschränkungen können einige Veranstaltungen am Tag des offenen Denkmals angeboten werden. Die Termine stehen aufgrund der Corona-Pandemie unter Vorbehalt. Auch beim Tag des offenen Denkmals gelten alle aktuellen Vorgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Anmeldung und Allgemeine Informationen

bei der Stabsstelle Welterbebewerbung und Stadtgestaltung der Stadt Baden-Baden

Hinweis

Hygiene- und Sicherheitheitsbestimmungen: Eine Anmeldung per E-Mail oder telefonisch mit Angabe des Namens und der Adresse oder Telefonnummer ist erforderlich. Ohne diese Daten darf keine Teilnahme an der Veranstaltung erfolgen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Weiter ist ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu Mitmenschen einzuhalten. Die Stadt empfiehlt während den Führungen einen Mund-Nasenschutz zu tragen.

Informationsstand zur Welterbebewerbung

Welterbewürfel steht an der FieserbrückeBild vergrößern

Am „Welterbewürfel“ informieren fachkundige Vertreter der Stadtverwaltung über die Welterbebewerbung und die besondere Sorgfaltspflicht der Stadt im Hinblick auf (bauliche) Veränderungen, die die Unversehrtheit und Echtheit einer zukünftigen Welterbestätte beeinflussen können. Um 10 Uhr wird der Tag des offenen Denkmals gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Margret Mergen eröffnet.

Information am „Welterbewürfel“, Leopoldsplatz
Uhrzeit: von 10 - 17 Uhr
Referenten: Lisa Poetschki, Smriti Pant, Isabelle Mühlstädt (Stabsstelle Welterbebewerbung und Stadtgestaltung)
Barrierefrei

Rumänisch-Orthodoxe Stourdza-Kapelle

Stourdza-KapelleBild vergrößern

Die Rumänisch-Orthodoxe Stourdza-Kapelle wurde 1864-66 im Auftrag von Fürst Michael Stourdza (1794-1884), ehemaliger Herrscher des Fürstentums Moldau als Begräbnisstätte für seine Familie errichtet. Anlass war der tragische Tod seines Sohnes. Mit der Planung wurde der Architekt Leo von Klenze (1784-1864) beauftragt, der den Bau im spätklassizistischen Stil entwarf.

Seit 2019 wird die Stourdza-Kapelle aufwendig saniert, unter anderem wurde die ursprüngliche Vergoldung der Kuppel wiederhergestellt. Die Bevölkerung bewies dafür dieses Frühjahr besonderes Engagement und sammelte erfolgreich die benötigten Spendengelder für die geplante Vergoldung.

Die Sanierungsarbeiten bieten die Möglichkeit von der Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit von Denkmalen zu lernen und traditionelle handwerkliche Techniken neu zu entdecken. Pfarrer Bogdan Stavarachi heißt zu einem öffentlichen Gottesdienst willkommen und Björn Käckell, Technischer Leiter des Fachgebiets Tiefbau der Stadtverwaltung wird anschließend die denkmalpflegerischen Maßnahmen erläutern. Zudem wird es eine Fotoausstellung von den Arbeiten am Dach geben.

Öffentlicher Gottesdienst und Besichtigung der Restaurierungsarbeiten und Führung durch die historische Stourdza-Kapelle
Uhrzeit: von 10 - 13 Uhr (10 Uhr öffentlicher Gottesdienst, anschließend von 11:30 - 13 Uhr Erläuterung zur Sanierung und Geschichte der Kapelle)
Treffpunkt: Stourdza-Kapelle
Referenten: Björn Käckell (FG Gebäudemanagement) / Pfarrer Bogdan Stavarachi
Dauer: etwa 3 Stunden
Barrierefrei

Besichtigung der Restaurierungsarbeiten und Führung durch die historische Stourdza-Kapelle
Uhrzeit: von 14 - 16 Uhr
Treffpunkt: Stourdza-Kapelle
Referenten: Björn Käckell (FG Gebäudemanagement) / Pfarrer Bogdan Stavarachi
Dauer: etwa 2 Stunden
Barrierefrei

Stadtführung „Auf dem Weg zum Welterbe“

Ein Bild des prunkvollen Casino Innenraumes. Bild vergrößern
© Iris Geiger-Messner Casino Baden-Baden

Die ganze Innenstadt Welterbe? Erfahrene Stadtführer präsentieren die reiche Kulturgeschichte der ehemaligen Sommerhauptstadt Europas und begründen, warum sich Baden-Baden mit anderen bedeutenden europäischen Kurstädten auf dem Weg zum Weltkulturerbe der UNESCO befindet und welche Veränderungen und Umbrüche es in den letzten 200 Jahren gegeben hat.

Stadtführung inkl. Casinoführung
Uhrzeit: von 10 - 12:30 Uhr
Treffpunkt: vor dem Kurhaus auf der Haupttreppe
Referentin: Ursula Rözel
Dauer: etwa 2,5 Stunden
Barrierefrei

Im Casino besteht Maskenpflicht in allen Räumen und eine Mitarbeiterin an der Kasse wird bei allen Gästen vor Einlass eine Fiebermessung durchführen.

Stadtführung ohne Casinoführung
Uhrzeit: von 15 - 17 Uhr
Treffpunkt: vor dem Kurhaus auf der Haupttreppe
Referentin: Ursula Rözel
Dauer: etwa 2 Stunden
Barrierefrei

Renovierung der Reinhard-Fieser-Brücke

Nahaufnahme der Brüstung. Es sind Risse im Gemäuer zu sehen. Bild vergrößern

Seit dem 19. Jahrhundert gilt die heutige Reinhard-Fieser-Brücke als elegantes Stadtentrée Baden-Badens. Als Herz der historischen Kurstadt kommt ihr eine besondere Bedeutung zu Teil.  Die Vorgängerbauten wurden mehrmals durch Hochwasser zerstört und so verbreiterten sich die neuen Brücken über die Jahrhunderte kontinuierlich. 1927 entwarf Architekt Max Laeuger die heutige Reinhard-Fieser-Brücke.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Brücke marode ist und aufgrund des baulichen Zustand, entschied man sich für einen Neubau des Überbaus mit einer Stahl-Beton-Konstruktion.

Herr Wienk-Borgert vom Fachgebiet Tiefbau und Herr Hochstrater, leitender Restaurator der Laeugerschen Brüstungen und Vasen führen über die Baustelle der Reinhard-Fieser-Brücke und berichten von der Komplexität des Vorhabens.

Besichtigung der Baustelle Reinhard-Fieser-Brücke
Uhrzeit: von 11 - 12 Uhr
Treffpunkt: Fieserbrücke
Referenten: Vincenz Wienk-Borgert (Fachgebiet Tiefbau) / Oliver Hochstrate (Restaurator)
Dauer: etwa 1 Stunde
Barrierefrei

Führung über den Hauptfriedhof

Familiengrab auf dem StadtfriedhofBild vergrößern
(c) Beeg

Der Hauptfriedhof in Baden-Baden wurde 1843 eingeweiht und ersetzte somit den Krankenhausfriedhof in Rotenbachtal, der die vorherigen vier Jahrhunderte als zentraler Friedhof diente. Heute wird der Hauptfriedhof von seiner Vielzahl von alten Bäumen, wertvollen Grabsteinen und Gräbern wichtiger Persönlichkeiten, wie Ilarion Sergejewitsch Wassiltschikoff, Dietrich von Choltitz, Vasilij von Shukovskij, Archibald White, Marchese Philippi Ala Ponzoni, Alfred und Kurt Brenner, Adolpha Le Beau und Georg von Groddeck charakterisiert.

Die zahlreichen Persönlichkeiten geben einen weiteren Hinweis auf den internationalen Charakter Baden-Badens als bedeutende Kurstadt des 19. Jahrhunderts. Die Führung über den Hauptfriedhof gibt Einblick in die lange Geschichte des Friedhofs und beschäftigt sich gleichzeitig mit Friedhöfen als landschaftliche Freiräume in denen Kultur und Natur agieren.

Link zum Rundgang Hauptfriedhof (Stadtplan)

Führung über den Hauptfriedhof mit Besichtigung der Friedhofskapelle
Uhrzeit: von 10 - 11:30 Uhr und von 15 - 16:30 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz vor dem Verwaltungsgebäude, Friedhofstraße 46
Referent: Frank Geyer (Leiter des Fachgebiets Friedhof)
Dauer: etwa 1,5 Stunden

 

„Max vorm Museum - Römer, Räuber und Roulette“

Der Schauspieler Max vor einer StatueBild vergrößern
(c) Peter Quirin / Stadtmuseum/-archiv

Beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals feiert „Max vorm Museum - Römer, Räuber und Roulette – Baden-Baden auf dem Weg zum Welterbe“ Premiere. Der Schauspieler nimmt Sie mit auf eine Reise in die Geschichte der Kurstadt Baden-Baden und auf dem Weg zum Welterbe. Das Spektakel findet vor dem Stadtmuseum statt.

„Max vorm Museum - Römer, Räuber und Roulette - Baden-Baden auf dem Weg zum Welterbe“
Uhrzeit: 13 Uhr
Treffpunkt: vor dem Stadtmuseum, Lichtentaler Allee 10
Dauer: eine Stunde
Barrierefrei

Führung durch die Wasserkunstanlage Paradies

Aufnahme der Wasserkunstanlage Paradies von unten. Bild vergrößern
Foto: Bernd Hausner

Im Villengebiet am Annaberg zwischen Bernhardstraße und Markgrafenstraße findet sich eine einzigartige Gartenanlage, die Wasserkunst Paradies. Bei der Führung wird die Entstehungsgeschichte des 1925 errichteten Gartenkunstwerks genauso behandelt wie die außergewöhnliche Gestaltung im Stil italienischer Gärten. Ein weiterer Schwerpunkt beim Aufstieg durch das Paradies werden die bislang erfolgten Sanierungsarbeiten sein, bevor an der höchsten Stelle ein Panoramablick auf Baden-Baden den Abschluss der Besichtigung bilden wird.

Führung durch die Wasserkunstanlage Paradies
Uhrzeit: von 11:30 -13:00 Uhr und von 13:30 - 15:00 Uhr
Treffpunkt: am Fuß der Wasserkunst in der Bernhardstraße
Referent: Markus Brunsing (Leiter des Fachgebiets Park und Garten)
Dauer: etwa 1,5 Stunden

Brahmshaus

Gebäude BrahmshausBild vergrößern

Einst Bauernhaus auf dem Land, im 19. Jh. beliebte Pension und Sommerwohnung von Johannes Brahms (1822-96), heute Museum und einzige in Deutschland erhaltene Wohnstätte des Komponisten. Eine bewegende Zeit des Umbruchs gab es auch in der Musik. Brahms sprengte nicht die bestehenden Traditionen und erfand neue musikalische Formen. Er konzentrierte sich vielmehr auf die musikalische Bewegung an sich, auf den Mikro-Bereich der Musik. Er war damit seinen Zeitgenossen weit voraus.

Zum Tag des offenen Denkmals hat das Brahmshaus kostenlos geöffnet und kann mit Voranmeldung besichtigt werden. Die Anmeldung erfolgt unter 07221 99 872.