Immer mehr Pflegeanträge werden online gestellt - worauf Angehörige jetzt achten sollten

Baden-Baden. Wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig wird, gerät der Alltag oft von einem Tag auf den anderen aus dem Gleichgewicht. Neben der Sorge um den erkrankten Menschen müssen Angehörige zahlreiche organisatorische Fragen klären und wichtige Entscheidungen treffen. Ein erster Schritt ist die Beantragung eines Pflegegrades bei der zuständigen Kranken- bzw. Pflegekasse. Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um einen Pflegeantrag zu stellen. Das ist bequem und spart Zeit. Dabei sollten Betroffene darauf achten, die Antragstellung direkt über die offizielle Homepage ihrer Kranken-bzw. Pflegekasse vorzunehmen. Bei einer Internetsuche erscheinen häufig auch private Dienstleistungsanbieter, die Unterstützung bei der Antragstellung anbieten. Für deren Leistungen können Kosten oder kostenpflichtige Mitgliedschaften anfallen. Jedoch ist die Inanspruchnahme solcher Angebote weder für die Beantragung eines Pflegegrades noch für Beratung rund um das Thema „Pflege“ erforderlich.

Pflegestützpunkt hilft bei Antragstellung

Kostenfreie Unterstützung bieten die Pflegestützpunkte. Sie helfen bei der Antragstellung, informieren über den weiteren Ablauf des Verfahrens und bereiten auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst vor. Eine gute Vorbereitung trägt dazu bei, dass die individuelle Pflegesituation möglichst umfassend dargestellt werden kann. Darüber hinaus beraten die Pflegestützpunkte neutral, unabhängig und kostenfrei zu den Leistungen der Pflegeversicherung sowie zu regionalen Hilfs- und Entlastungsangeboten. Gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Angehörigen wird geklärt, welche Unterstützung im Einzelfall notwendig bzw. sinnvoll ist und wie die Versorgung bestmöglich organisiert werden kann. Sie können auch Unterstützung bei der Vermittlung von Hilfen erhalten.

„Pflegebedürftigkeit trifft Familien häufig unvorbereitet. Umso wichtiger ist es, frühzeitig verlässliche Informationen und unabhängige Beratung in Anspruch zu nehmen. Wer den Pflegeantrag direkt über die Pflegekasse stellt und die kostenfreie Unterstützung des Pflegestützpunktes nutzt, schafft eine gute Grundlage für die weitere Versorgung“, so Tanja Fröhlich, Leiterin des Pflegestützpunkts der Stadt Baden-Baden. „Ihr Pflegestützpunkt vor Ort ist – ohne versteckte Kosten – für Sie da: telefonisch, bei einem persönlichen Beratungsgespräch im Pflegestützpunkt-Büro; bei Bedarf kann auch ein Hausbesuch erfolgen oder Sie besprechen Ihre Anliegen in einer Videokonferenz mit der jeweiligen Pflegeberatung“.

Weitere Informationen

Betroffene können hier Kontakt aufnehmen: für den Stadtkreis Baden-Baden telefonisch unter 07221 93-1400 oder per E-Mail unter pflegestuetzpunkt@baden-baden.de, für den Landkreis Rastatt beim Pflegestützpunkt Rastatt unter 07222 381-2420, -2421, -2422, beim Teilpflegestützpunkt Gaggenau unter 07222 381-2424; beim Teilpflegestützpunkt Bühl unter 07223 9357130 oder unter pflegestuetzpunkt@landkreis-rastatt.de.