Von links: Rüdiger Lorth (Bürgerstiftung Baden-Baden), Cornelia Stahr (Baden-Baden Tourismus GmbH), Markus Brunsing (Leiter des Gartenamts), Petra Ringel (Gartenamt) und Birgitta Marquet (Bürgerstiftung Baden-Baden) stellten das Projekt zur naturnahen Wiesenpflege im Rotenbachtal vor.
Von links: Rüdiger Lorth (Bürgerstiftung Baden-Baden), Cornelia Stahr (Baden-Baden Tourismus GmbH), Markus Brunsing (Leiter des Gartenamts), Petra Ringel (Gartenamt) und Birgitta Marquet (Bürgerstiftung Baden-Baden) stellten das Projekt zur naturnahen Wiesenpflege im Rotenbachtal vor.

Naturnahe Wiesenpflege im Rotenbachtal: Mehr Raum für Artenvielfalt

Baden-Baden. Der Umweltfonds der Bürgerstiftung Baden-Baden unterstützt auch in diesem Jahr die ökologische Aufwertung städtischer Grünflächen. Im Mittelpunkt steht erstmals die naturnahe Entwicklung von Wiesenflächen im Rotenbachtal an der Seufzerallee, die durch eine angepasste Pflege die Artenvielfalt fördern sollen. Damit setzt die Bürgerstiftung die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Gartenamt fort, die in den vergangenen Jahren unter anderem die Blütenmischungen in der Lichtentaler Allee ermöglicht hat.

Wer war bei dem Treffen dabei?

Beim Vor-Ort-Termin stellten Birgitta Marquet und Rüdiger Lorth von der Bürgerstiftung Baden-Baden, Cornelia Stahr von der Baden-Baden Tourismus GmbH, Petra Ringel und Markus Brunsing vom Gartenamt sowie Mona und Dr. Siegbert Merkle von Merkle & Partner Biodiversitätsmanagement die Ziele und die Umsetzung der Maßnahme vor. Der neue Schwerpunkt der Förderung der Streifenmahd ist Teil des Projekts „Naturerbe bewahren“, das die Bürgerstiftung gemeinsam mit der Baden-Baden Tourismus GmbH, der Agentur für nachhaltige Kommunikation und dem städtischen Forstamt zur Förderung der Biodiversität entwickelt hat. Im Rotenbachtal steht dabei die Umstellung der bisherigen Mäharbeiten von einer Mulchmahd auf eine naturnahe, aber aufwändigere Pflege mit Abtrag des Mähguts in Form einer Streifenmahd im Vordergrund.

Wiesenflächen im ehemaligen Landesgartenschaugelände

Die Wiesenflächen im Rotenbachtal verfügen aufgrund ihres Bestands und der besonnten Böschungen über ein großes Entwicklungspotenzial, durch die Pflegeumstellung artenreicher zu werden. Sie befinden sich im ehemaligen Landesgartenschaugelände, das im Bereich des Hungerbergs und der Engelswiese bereits seit längerer Zeit als naturnahe Grünanlage entwickelt wird und in Teilbereichen schon mit der Streifenmahd gepflegt wird. Die Steigerung der Biodiversität kann sich daher großflächig auswirken und Synergieeffekte auf benachbarte Flächen erzielen. Bei der Streifenmahd werden die Wiesen maximal zweimal im Jahr mit einem handgeführten Balkenmäher gemäht. Das Mähgut verbleibt einige Tage auf der Fläche, bevor es abgeräumt und entsorgt wird. Gleichzeitig bleibt über das gesamte Jahr hinweg stets etwa ein Drittel bis die Hälfte der Wiese als blühende Inseln oder Langgras-Streifen stehen. Diese ungemähten Bereiche bieten Insekten weiterhin Nahrung, Schutz vor Fressfeinden sowie Rückzugsorte vor maschineller Bearbeitung. Insbesondere Heuschrecken und andere Kleintiere nutzen die Altgrasbestände als Fortpflanzungsstätte und Winterquartier – meist in Form von Eiern, Raupen oder Puppen.

Weitere Informationen

Das Entfernen des Mähguts trägt langfristig zur Reduzierung des Nährstoffgehalts im Boden bei. So können sich heimische Blühpflanzen besser gegen nährstoffliebende, konkurrenzstarke Gräser durchsetzen. Das Ergebnis ist eine artenreiche Wiese mit einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt. Die entstandenen offenen Bodenstellen bieten zudem Wildbienen ideale Bedingungen zur Eiablage. Aus diesen Legeröhren schlüpft im darauffolgenden Frühjahr die nächste Generation. Darüber hinaus leisten auch Wiesen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Sie speichern Kohlendioxid, verbessern das Mikroklima, halten die Bodenfeuchtigkeit und fördern die Aktivität von Mikroorganismen, die wiederum für eine gesunde Nährstoffversorgung der Pflanzen sorgen.
 
Das Gartenamt arbeitet seit 2025 mit der Firma Merkle & Partner Biodiversitätsmanagement zusammen, die die Insel- und Streifenmahd maßgeblich entwickelt hat und bereits ausgewählte Flächen im Stadtkreis Baden-Baden mit fachlichem Wissen pflegt.