Stadt passt Unterbringungsstrukturen an und entlastet den Haushalt
Baden-Baden. Die Stadt Baden-Baden reagiert auf die rückläufigen Flüchtlingszahlen und entwickelt seine Gebäudestrategie für die Unterbringung von Geflüchteten weiter. Nicht mehr benötigte Kapazitäten werden schrittweise abgebaut. Damit entlastet die Stadt den Haushalt, sichert weiterhin die notwendige Unterbringung und eröffnet an einzelnen Standorten neue Entwicklungsmöglichkeiten.
Rahmenbedingungen haben sich geändert
Seit Ende 2025 übersteigen die Abgänge aus den städtischen Unterkünften die monatlichen Zuweisungen. Die Verwaltung passt ihre Strukturen deshalb an den tatsächlichen Bedarf an. Nach derzeitiger Planung soll die Zahl der Unterbringungsplätze von 1.553 im Jahr 2026 schrittweise auf rund 813 im Jahr 2028 reduziert werden.
„Die Rahmenbedingungen haben sich verändert, und darauf reagieren wir konsequent“, sagt Bürgermeister Dr. Tobias Krammerbauer. „Wenn weniger Unterbringungsplätze benötigt werden, müssen wir unsere Strukturen anpassen. Damit entlasten wir den städtischen Haushalt, ohne die Sicherheit bei der Unterbringung aufzugeben. Entscheidend ist, dass wir beweglich bleiben: Kosten reduzieren, wo es möglich ist, und gleichzeitig ausreichend Kapazitäten für neue Entwicklungen vorhalten.“
Ausreichend Reserven behalten
Vorgesehen ist unter anderem, kleinere Einzelobjekte aufzugeben, Direktmietverhältnisse zu fördern und größere Unterkünfte dort aufzugeben, wo ein weiterer Betrieb wirtschaftlich oder organisatorisch nicht sinnvoll ist. Geeignete Bestandsobjekte bleiben erhalten.
Romana Huck, Leiterin des Bereichs Soziales im Sozial- und Jugendamt, betont: „Wir reduzieren gezielt dort Kapazitäten, wo sie nicht mehr benötigt werden. Gleichzeitig behalten wir ausreichende Reserven, damit eine verlässliche Unterbringung auch bei veränderten Zugangszahlen gewährleistet bleibt.“
Weitere Informationen
Ein Beispiel ist der Waldseeplatz. Die Unterkunft in der Waldseestraße 40 soll aufgegeben werden. Unter anderem sprechen erheblicher Instandsetzungsbedarf und die langfristig unwirtschaftliche Containerunterbringung gegen eine Fortführung. Zugleich eröffnet sich damit die Möglichkeit, die weitere Entwicklung des Areals neu in den Blick zu nehmen.
Der Abbau nicht mehr benötigter Kapazitäten reduziert insbesondere Miet-, Betriebs- und Unterhaltungskosten und leistet damit einen Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushalts. Die Entwicklung der Flüchtlingszahlen wird weiterhin fortlaufend beobachtet. Der Sozialausschuss befasst sich am 22. Oktober 2026 mit der Weiterentwicklung der Gebäudestrategie.