Klinikum Mittelbaden: Konsolidierungskonzept beschlossen

Baden-Baden. Der Aufsichtsrat des Klinikums Mittelbaden hat in seiner jüngsten Sitzung ein Konzept zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Klinikums beschlossen. Bei einer Pressekonferenz im Rathaus Baden-Baden informierten Oberbürgermeister Thomas Jung, Landrat Prof. Dr. Christian Dusch sowie die Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden, PD Dr. Thomas Iber und Felix Brenneisen, über die Beschlüsse und die weiteren Schritte.

Ziel: wirtschaftliche Stabilisierung des Klinikums

Die Beschlüsse des Aufsichtsrats sehen die Bündelung medizinischer Leistungen und den Abbau von Doppelstrukturen vor. Die Geschäftsführung wurde mit der Umsetzung beauftragt. Ziel ist die deutliche wirtschaftliche Stabilisierung des Klinikums. Mit der bereits beschlossenen Schließung des Akutklinikstandorts Bühl werden medizinische Leistungen künftig auf Baden-Baden Balg und Rastatt konzentriert. Die Altersmedizin wird nach Baden-Baden verlagert, Schmerz- und Sportmedizin sowie weitere Leistungsbereiche nach Rastatt. Auch operative Leistungen und medizinische Schwerpunkte werden zwischen den beiden Standorten neu verteilt.

Hintergrund: angespannte wirtschaftliche Lage

Beide Standorte bleiben als Akutkliniken mit eigener Notfallversorgung erhalten. Rastatt führt die Zentrale Notaufnahme mit durchgehender Besetzung fort. Auch Baden-Baden Balg behält eine eigene Notaufnahme. Der Abbau von Doppelstrukturen und die fachliche Konzentration einzelner Leistungsbereiche führen zu einem Personalabbau von rund 200 Mitarbeitenden. Nicht alle Stellen können über natürliche Fluktuation abgebaut werden. Damit sind auch betriebsbedingte Kündigungen verbunden.
 
Hintergrund für die Maßnahmen ist die angespannte wirtschaftliche Lage. Ursache sind insbesondere veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen auf Bundesebene sowie steigende Kosten im Klinikbetrieb. Auch das Klinikum Mittelbaden ist davon betroffen. Für 2026 wird ein Fehlbetrag von rund 25 Millionen Euro erwartet. Für den Zeitraum bis 2030 wird ein kumuliertes Defizit von rund 160 Millionen Euro erwartet. Durch die beschlossenen Maßnahmen soll dieses Defizit auf rund 114 Millionen Euro reduziert werden.

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Hintergrund für die Maßnahmen ist die angespannte wirtschaftliche Lage. Ursache sind insbesondere veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen auf Bundesebene sowie steigende Kosten im Klinikbetrieb. Auch das Klinikum Mittelbaden ist davon betroffen. Für 2026 wird ein Fehlbetrag von rund 25 Millionen Euro erwartet. Für den Zeitraum bis 2030 wird ein kumuliertes Defizit von rund 160 Millionen Euro erwartet. Durch die beschlossenen Maßnahmen soll dieses Defizit auf rund 114 Millionen Euro reduziert werden.
 
Darüber hinaus informierten die Verantwortlichen über eine Veränderung in der Geschäftsführung. PD Dr. Thomas Iber hat seine Tätigkeit als Medizinischer Geschäftsführer zum 28. Februar 2027 auf eigenen Wunsch gekündigt. Er wird künftig wieder vollständig als Chefarzt tätig sein und dem Klinikum weiterhin beratend zur Verfügung stehen. Für die Nachfolge soll zeitnah ein Sanierungsexperte als weiteres Mitglied der Geschäftsführung gewonnen werden.
 
Der Aufsichtsrat hat zudem dem Verkauf des Standorts der ehemaligen Akutklinik Bühl an die Stadt Bühl zugestimmt. Die Entscheidung steht noch unter dem Vorbehalt der erforderlichen Gremienbeteiligung auf Seiten der Stadt Bühl. Auch die Auswirkungen der veränderten Rahmenbedingungen auf die Planungen für das künftige Zentralklinikum werden weiter geprüft. Dabei stehen insbesondere die Dimensionierung des Projekts und die Zeitschiene für die Realisierung im Fokus.