Luise Adolpha Le Beau (1850-1927)

Porträt Luise Le Beau
Luise Le Beau

Die Pianistin und Komponistin Luise Adolpha Le Beau, nach der die Baden-Badener Musikbibliothek benannt ist, erhielt viel Lob für ihre Kompositionen, musste sich aber als Frau in der damaligen Musikwelt ihren Weg hart erarbeiten.

Sie wurde am 25. April 1850 als Tochter einer badischen Offiziersfamilie in Rastatt geboren und entgegen dem herrschenden Rollenverständnis auf eine Laufbahn als Künstlerin vorbereitet.

Sie erhielt Unterricht beim Karlsruher Hofkapellmeister Wilhelm Kalliwoda und, nach einem Umzug nach München, bei dem berühmten Musikpädagogen Joseph Rheinberger. Luise schreibt in ihren "Lebenserinnerungen": "Er fand meine Violinsonate 'männlich, nicht wie von einer Dame komponiert' und erklärte sich bereit, mich als Schülerin aufzunehmen."

In München entstehen eine ganze Reihe von Kompositionen, wie z.B. die "Vier Stücke für Violoncello und Klavier op. 24", die sie zu einem internationalen Wettbewerb einreicht und dafür, als einzige weibliche Teilnehmerin, den ersten Preis erhält. Wiesbaden und Berlin waren die weiteren Stationen, wo die lebenslang unverheiratete Luise mit ihren Eltern lebte und das Konzertleben bereicherte.

In ihren "Lebenserinnerungen" teilt sie mit: "Am 30. September 1893 fuhren wir in die alte badische Heimat zurück, um in dem schönen Baden-Baden unseren Wohnsitz zu nehmen". 1898 wird die Sinfonische Dichtung "Hohenbaden" in der Stadt an der Oos uraufgeführt. In diese Zeit fällt auch der Beginn ihrer journalistischen Tätigkeit für das hiesige "Badeblatt". 1909 schreibt sie die "Lebenserinnerungen einer Komponistin", "um auf die vielen Schwierigkeiten hinzuweisen, welche einer Dame auf dem Gebiet der musikalischen Komposition entgegenstehen". Am 17. Juli 1927 stirbt Luise Adolpha Le Beau in ihrer Wohnung in der Lichtentaler Str. 46, wo heute auf Initiative der Frauenbeauftragten der Stadt eine Gedenktafel angebracht ist.

In jüngster Zeit erleben ihre Werke, darunter Kammermusik aber auch Kompositionen für größere Besetzungen, ihre Wiederentdeckung und werden wieder häufiger aufgeführt.

Das musikalische Archiv der Musikbibliothek sammelt und dokumentiert alle verfügbaren Notenausgaben, Tonträger und sonstigen Zeugnisse dieser badischen Komponistin.