Pressearchiv

Gruppenbild des Bewerbungskomitees
Volkmar Eidloth, Alexander Uhlig, Margret Mergen, Claus Wolf und Lisa Poetschki (von links) sind positiv gestimmt.

Baden-Baden auf dem Weg zum Welterbe

Baden-Baden (06.02.2017). Die Bewerbung Baden-Badens um das Weltkulturerbe geht auf die Zielgerade. Im Beisein von Claus Wolf, dem Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege, zog Oberbügermeisterin Margret Mergen Zwischenbilanz. Gemeinsam mit zehn weiteren Städten aus sieben europäischen Ländern soll 2018 der Antrag bei der Unesco eingereicht werden.

Mit Baden-Baden bewerben sich die traditionsreichen Kurstädte Spa (Belgien), Bad Ems, Bad Kissingen, Vichy (Frankreich), Bath (Großbritannien), Montecatini Terme (Italien), Baden bei Wien (Österreich) sowie Franzensbad, Karlsbad und Marienbad (alle Tschechien) gemeinsam unter dem Arbeitstitel „Great Spas of Europe“. Die Federführung liegt bei der Tschechischen Republik. Nur im Verbund der Kurstädte sei es möglich, eine Aufnahme ins Weltkulturerbe der Unesco zu rechtfertigen. Das Landesamt für Denkmalpflege habe die Bewerbung von Anfang an unterstützt, da Baden-Baden über außerordentliches Potential verfüge, so Claus Wolf.

Synonym für das, was eine Kurstadt verkörpert

Baden-Baden ist eine der wenigen vollständig erhaltenen europäischen Kurstädte des 19. Jahrhunderts, die zusätzlich über erhaltene Villenviertel aus dieser Zeit verfügt. Hinzu kommt, dass Baden-Baden zur Zeit der Nationalstaaten als eine der Kulturhauptstädte Europas fungierte. Als „Kern der Bildung des Europas, wie wir es heute kennen“ bezeichnet Volkmar Eidloth vom Landesamt für Denkmalpflege die Kurstadt. Eidloth hat Baden-Baden auf die Antragskriterien hin analysiert. Er gibt der Stadt eine ganz besondere Stellung im Kreis der Antragsteller, deren Zugpferde Baden-Baden und Karlsbad sind, bezeichnet Baden-Baden gar als Synonym für das, was eine Kurstadt verkörpert. Allerdings müssen alle elf Antragsteller die Kriterien zusammen erfüllen.

Als eines der wichtigsten Kriterien muss Baden-Baden nachweisen, dass die Stadt auch in Zukunft ihren kurstädtischen Charakter schützt. Baden-Baden ist laut Erstem Bürgermeister Alexander Uhlig durch die vorhandenen Schutzinstrumente (Bebauungspläne, Erhaltungssatzung, Gesamtanlagenschutzsatzung und Gestaltungsrichtlinien) und den Gestaltungsbeirat bereits bestens aufgestellt. Über die Kernzone des Weltkulturerbes hinaus wird eine Pufferzone eingerichtet, deren Erscheinungsbild gewahrt wird.

Über den Schlüssel der Qualität kann städtebauliche Entwicklung weitergehen

Prägender Bestandteil einer Kurstadt des 19. Jahrhunderts sind die Waldgebiete, die laut Eidloth in der Pufferzone integriert sind. Es soll aber keine „Käseglocke über die Stadt gestellt werden“, betont Baubürgermeister Alexander Uhlig. Stadtentwicklung wird weiterhin möglich sein, sofern die rechtlichen Regelungen der Denkmalpflege eingehalten werden. „Nur über den Schlüssel der Qualität kann die städtebauliche Entwicklung weitergehen – was man wegen des Unesco-Status nicht bauen kann, hätte zuvor auch keine Zustimmung erhalten“, führt Uhlig weiter aus.

Durch die Unesco wird kein neues Recht geschaffen, das die Stadtentwicklung hemmen könnte. Vielmehr kann Baden-Baden auf zahlreiche Schutzmechanismen zurückgreifen. Laut Volkmar Eidloth seien diese sogar Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung. Sollte die Bewerbung scheitern, läge dies nicht an der Stadt an der Oos.

Weitere Informationen über den Welterbe-Antrag gibt es unter Stadtporträt - Stadt - Kulturerbe.