Muße-Literaturmuseum Baden-Baden

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Nach einem Umbau und einer Neukonzeption der Ausstellung wird das Muße-Literaturmuseum am 10. Oktober 2021 neu eröffnen.

Baden-Baden in der Weltliteratur – die Welt der Literatur in Baden-Baden: Die innovative, multimediale Präsentation ermöglicht eigene Muße-Erfahrungen und garantiert literarische Entdeckungen.

Spannende Texte, Schicksale und Geschichten über Baden-Baden spiegeln den Kurort in schillernder Ambivalenz: zwischen Muße und Nicht-Muße, zwischen Provinzialität und Internationalität, zwischen Sein und Schein.

In nunmehr 18 Räumen, erweitert auf die Bibliotheksbereiche in Villa und Neubau, ist die Welt der Literatur in allen Facetten, mit Huldigungen und Frechheiten, Begeisterung und Ablehnung zu erleben. Texte und Schicksale – vom Mittelalter bis in die Gegenwart, von Liebe und Leidenschaft, von Harmonien und Dissonanzen, von Mord und Totschlag, vom Flanieren und Spielen. Nicht nur regional, sondern international mit mehr als 100 Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus dem In- und Ausland. Sie sind in Baden-Baden geboren, wohnten, weilten oder kurten in der Stadt, in jedem Fall aber spiegelt sich die Stadt in ihrem Werk oder wirkt sie auf die Biografie.

Die Themenbereiche:

Abbildung einer Tafel im Raum "Schein und Sein", im Hintergrund sieht man eine Zeichnung des Kurhauses Baden-BadenBild vergrößern
@Muße-Literaturmuseum Baden-Baden
  • Badelust und Badefrust
  • Die "Entdeckung" der Natur
  • Aufstieg in Wirren
  • Schein und Sein
  • Blütezeit und jähes Ende
  • Ende einer Ära
  • Georg Groddeck - Arzt und Schriftsteller
  • Katastrophen, Hoffnungen und Aufbrüche
  • Sackgasse - das Dritte Reich
  • SWR macht Literatur
  • Pfiffige Verleger, Männerzirkel und lesesüchtige Frauen
  • Musik & Literatur in Baden-Baden - Triumphe, Konflikte, Schicksale
  • Die goldenen Sechziger - Musik und Salonkultur
  • Liebe, Mord und Totschlag
  • Fortunas Reich
  • Eine Welt für sich - das russische Baden-Baden
  • Hotels in Literatur - Literatur in Hotels
  • Vom Reisen

Konzeption

Durch die Verbindung von Stadtbibliothek und Muße-Literaturmuseum wird die antike Idee der Synthese von Museum und Bibliothek modern interpretiert.

Das Muße-Literaturmuseum ist das Ergebnis einer Kooperation der Stadt Baden-Baden mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Innerhalb des Sonderforschungsbereichs „Muße“ wurde das Literaturmuseum der Stadtbibliothek in den Jahren von 2017 bis 2021 völlig neu konzipiert und stark erweitert. Damit wird der Wissenstransfer aus der Forschung hier: Muße- und Literaturvermittlung in die Praxis übersetzt und für fast jedes Alter erlebbar gemacht.

Projektleitung Freiburg: Elisabeth Cheauré (Universität Freiburg)
Projektleitung Baden-Baden: Sigrid Münch (Stadtbibliothek Baden-Baden)
Kuratorinnen: Elisabeth Cheauré, Regine Nohejl (Universität Freiburg)
Texte: Elisabeth Cheauré, Regine Nohejl (Universität Freiburg)
Mitarbeit: Sigrid Münch, Sylvia Meermann, Udo Barth (Stadtbibliothek Baden-Baden)
Gestaltung: Hans Gützlaff (J & G Medienhaus Baden-Baden)
Graphik: Ursula Dix (J & G Medienhaus Baden-Baden)

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg (alim), der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gedenkstätten in Berlin (ALG), dem Zwetajewa-Zentrum Freiburg, der Baden-Badener Bibliotheksgesellschaft e.V.

Die Gebäude

Eingangsbereich Außen 2011-10Bild vergrößern

Die sogenannte Kreisgerichtsrats-Villa (links), erbaut 1834 und das Gartenhaus (rechts), ehemals Gesindehaus und Pferdestall, erbaut 1898, gingen nach in den 1930er Jahren als Stiftung der Familie Schultz in den Besitz der Stadt über, mit der testamentarischen Bestimmung, dass im Hause eine städtische Bibliothek eingerichtet werden solle. Die Stadtbibliothek zog aus dem Palais Hamilton 1953 in die Räume der Villa ein.

Das Gartenhaus wird seit 1999 von der Stadtbibliothek genutzt, nachdem es 1997 frei und darauffolgend saniert wurde. Das Dachgeschoss beherbergte bis Ende 2019 das Literaturmuseum mit Sammlungen von Otto Flake, Werner Bergengruen, Reinhold Schneider, Georg Groddeck, Franz Büchler, Gerhard L. Durlacher und dem Kinderbuchverleger Herbert Stuffer.

Geschichte des Literaturmuseums

Die Geschichte des Literaturmuseums in der Stadtbibliothek begann 1970, einige Jahre nach dem Tod des Schriftstellers Otto Flake (1880-1963), als der frühere Bibliotheksleiter Joachim Haberichter dessen Nachlass in einer Nacht- und Nebelaktion aus Frankreich abholte. Flakes Tochter wollte Möbel, Urne und andere bewegliche Gegenstände wieder nach Baden-Baden geben.

Daraus entstand in der Stadtbibliothek das Flake-Zimmer als Kern des Museums für Literaten, die mit Baden-Baden als Geburts- oder zeitweiligem Wohnort verbunden waren. 1985 entstand durch eine Dauerleihgabe der Familie Bergengruen ein weiterer Ausstellungsraum mit Erinnerungsstücken, Veröffentlichungen, Fotos, Porträts und Büsten von Werner Bergengruen und Reinhold Schneider. 1992 und 1994 folgten Räume zu Georg Groddeck und Franz Büchler.