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Neues Schloss mit Blick auf den Florentinerberg

Ist Hotelnutzung im Neuen Schloss möglich?

Baden-Baden (06.12.2017). Die Besitzerin des Neuen Schlosses, Fawzia Al Hassawi, hat ihre Pläne zur Nutzung des Schlossareals geändert. Nun sollen, wie berichtet, alle 140 Hotelzimmer im Bestandsbau untergebracht werden. Die Entscheidung darüber liege jetzt, so Oberbürgermeisterin Margret Mergen und Erster Bürgermeister Alexander Uhlig, beim Landesamt für Denkmalschutz. Sowohl für Mergen als auch für Uhlig sind die neuen Pläne mit großen Fragezeichen versehen.

Baugenehmigungsverfahren müsste von vorne beginnen

In der ursprünglichen Planung sollten die Hotelzimmer im historischen Schlossgebäude und im geplanten Neubau im Schlosspark integriert werden. Jetzt will Al Hassawi die Appartements im Neubau ausnahmslos an Private verkaufen, um mit dem Erlös die Sanierung des Neuen Schlosses mitzufinanzieren.

Neben dem Denkmalschutz, der dieses geschichtsreiche und für die badische Region wichtige Gebäude mit viel Fingerspitzengefühl anpackt, steht für die Investorin, sollten die Denkmalschützer dem Vorhaben grünes Licht geben, eine weitere Hürde an. Die bereits von der Stadt Baden-Baden erteilte Baugenehmigung ist wegen Untätigkeit der Investorin erloschen. Das Baugenehmigungsverfahren müsste komplett von vorne beginnen.

Rundgang mit Fachleuten des Rathauses

Zwar fand Al Hassawi mit Hyatt einen hervorragenden Betreiber für das Hotel, offen ist aber nach wie vor die Finanzierung des Hotelvorhabens. Denn ob der Neubau im Schlossgarten tatsächlich komplett an Private verkauft werden kann, steht in den Sternen. Denn die Denkmalschützer können sich nicht vorstellen, dass der Spa-Bereich jetzt im historischen Schlossgebäude untergebracht werden kann. Dies gehe nur im Neubau.

Margret Mergen rechne mit dem Ergebnis der Denkmalschützer im ersten Halbjahr 2018. Laut der OB seien die neuen Pläne Al Hassawis „sehr optimistisch kalkuliert“. Mergen bestätigte, dass das Gebäude nach wie vor in gutem Zustand sei. Davon konnte sie sich bei einem Rundgang mit Fachleuten des Rathauses überzeugen. „Vielleicht“, so Mergen, „kann die Investorin bei der Bevölkerung Pluspunkte sammeln, wenn der Schlossgarten zumindest zum Teil wieder geöffnet und ein öffentlich zugängliches Café im Schlosshof eingerichtet wird.“ Al Hassawi habe laut Mergen nicht vor, das Neue Schloss zu verkaufen.