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Arbeiter vergräbt Großlysimeter in der Erde
Großlysimeterversuch in Baden-Baden – Steinbach und Hügelsheim.

Großlysimeterversuch

Baden-Baden (01.08.2019). Im Raum Rastatt/Baden-Baden ist der Boden großräumig mit PFC (Poly- und Perfluorierte Chemikalien) verunreinigt. Die PFC liegen dabei in großem Umfang als sogenannte Vorläuferverbindungen vor. Zum Verhalten dieser Vorläuferverbindungen im Boden bestehen noch Wissensdefizite.

In Bayern und Baden-Württemberg besteht ein großes Interesse, hier weitere Erkenntnisse zu erhalten. Auf Grund der Kontakte der PFC-Geschäftsstelle zum Landesamt für Umwelt (LfU) in Bayern konnte ein länderübergreifendes Projekt gestartet werden.

Sickerwasser wird aufgefangen und analysiert

Ziel des Projektes ist, Informationen zum Transport-, Mobilisierungs- und Abbauverhalten der PFC-Vorläuferverbindungen im Sickerwasser unter natürlichen Witterungsverhältnissen zu erhalten. Dazu werden vier Großlysimeter von zwei verschiedenen Ackerflächen entnommen. Großlysimeter sind oben offene Zylinder, die aus dem Boden gestochen werden. Am unteren Ende wird der Zylinder verschlossen, um das Sickerwasser aufzufangen und analysieren zu können.

Die Entnahme ist von Dienstag, 6. August bis Freitag, 9. August, an den Standorten in Hügelsheim und in Baden-Baden - Steinbach vorgesehen. Die monolithischen Bodenkörper der Lysimeter haben eine Fläche von einem Quadratmeter und eine Höhe von zwei Metern. Anschließend werden die Lysimeter nach Wielenbach in Bayern transportiert.

Großlysimeter in der ErdeBild vergrößern

Vorhersagen über mögliche Grundwasserkontaminationen

Durch die Beprobung des Sickerwassers nach der Bodenpassage von zwei Metern kann eine mögliche Verlagerung der PFC mit dem versickernden Niederschlagswasser erfasst werden. Im Vergleich mit den Gehalten dieser Stoffe im Boden können so Vorhersagen über mögliche Grundwasserkontaminationen gemacht werden. Die Ergebnisse der Versuche dienen auch als Grundlage für eine weitere Verbesserung der Grundwassermodellierung.

Die Großlysimeterversuche werden am LfU-Standort Wielenbach durchgeführt, die notwendige Analytik erfolgt durch das TZW in Karlsruhe. Diese Analytikkosten werden durch das Umweltministerium Baden-Württemberg gefördert, die Kosten für die Probenahme und Betreuung der Lysimeter trägt das LfU Bayern. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Weitere Informationen über die PFC-Problematik gibt es unter Stadtporträt - Aktuelles - Themen - PFC-Problematik.