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Ein stark wehender Windsack. Im Hintergrund grauer Himmel.
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Tipps der Feuerwehr: Richtiges Verhalten bei Unwetterwarnungen

Baden-Baden (23.09.2019). Unwetter können so plötzlich auftreten, dass es viele Menschen unvorbereitet trifft. In vielen Fällen werden sie jedoch vom Wetterdienst über Unwettervorhersage angekündigt.

Informationen über aktuelle Wetterwarnungen erhält man über Radio, Fernsehen oder Internet. Die Internetseite des Deutschen Wetterdienstes beispielsweise enthält amtliche Unwetterwarnungen und Informationen zur aktuellen Warnlage.

Was kann man vorbeugend tun?

Brandschutzexperte Friedrich Tannenberg von der Baden-Badener Feuerwehr rät, bereits vor einem drohenden Unwetter geeignete Maßnahmen zu ergreifen. So sollten Lichtquellen wie etwa Kerzen oder Taschenlampen, die netzunabhängig sind, in jedem Haushalt vorhanden sein. Außerdem sollten deren Batterien regelmäßig überprüft werden. Um auch bei einem längeren Stromausfall Informationen zu erhalten, ist das Vorhalten eines batteriebetriebenen Radios empfehlenswert. Auch hier gilt es, in regelmäßigen Abständen die Batterien zu überprüfen.

Ebenso sollten Dachabdeckungen, Kamine, Einfassungen sowie Halterungen von Antennen, Satellitenschüsseln, Solaranlagen und Fassadenbekleidungen immer wieder kontrolliert werden. Als Grundstücksbesitzer ist es zudem unerlässlich, den Baumbestand auf morsche oder lose Äste zu untersuchen. Entlädt sich zum Beispiel ein Blitz, kann es im Stromnetz zu Überspannungen kommen. Elektrogeräte können etwa durch Sicherungen mit Überspannungsschutz oder durch Stromleisten mit integriertem Überspannungsschutz gegen Überlastung gesichert werden. Gegebenenfalls sind empfindliche elektrische Geräte wie Fernseher oder Computer vom Netz zu nehmen.

Auf keinen Fall das Haus verlassen

Ist das Unwetter bereits im Gang, empfiehlt Tannenberg, auf keinen Fall das Haus zu verlassen. Hält man sich zu dieser Zeit im Freien auf, sollte man schnellstmöglich Schutz in einem festen Gebäude suchen. Gegenstände wie beispielsweise Sonnenschirme sind am besten mit ins Haus zu nehmen, Fensterläden zu befestigen. Des Weiteren darf es bei Unwetter nicht durch Wohnungen durchziehen, da zufallende Fenster und Türen zu Bruch gehen können. Wälder und Alleen sind zu meiden, da diese während eines Orkans, aber auch Stunden danach, durch instabile Bäume und Äste eine Gefahr darstellen.

„Halten Sie sich auch von Gerüsten und herabhängenden Stromleitungen fern, und halten Sie Türen und Fenster geschlossen, damit kein Regenwasser in die Wohnung dringen kann. Denken Sie auch an offene Dachluken“, ergänzt der Brandschutzexperte seine Tipps und rät außerdem, rechtzeitig Keller und Niedergänge vor eindringendem Wasser zu schützen. Dabei sollte auch darauf geachtet werden, dass Rückschlagventile immer funktionsfähig sind.

Gefahrenstellen und Schäden, bei denen Hilfe benötigt wird, kann man unter der Notrufnummer 112 melden. Gerade für solche Notfälle sind die Telefonleitungen freizuhalten. Das heißt, dass Schäden, von denen keine akute Gefahr ausgeht, erst nach Ende des Unwetters zu melden sind.

Auch im Auto einiges zu beachten

Wenn man bei einem Unwetter mit dem Auto unterwegs ist, gilt es ebenfalls, einiges zu beachten. So können sich bei starken Niederschlägen Kanaldeckel anheben oder durch Überflutung die Straße beschädigt sein. Zudem treten auch oft heftige Windböen auf, was eine angepasste Fahrweise erfordert.

Wenn man das Fahrzeug abstellen muss, sollte man daran denken, dass es sicher steht und nicht durch Bäume oder andere Gegenstände gefährdet ist.

Nach dem Unwetter Vorkehrungen treffen

Auch nach dem Unwetter sind Vorkehrungen zu treffen. So sollten Hausbesitzer je nach Art des Unwetters ihr Gebäude auf eventuelle Schäden wie etwa Glasbruch, lose Dachpfannen oder auch auf Wassereinbruch kontrollieren. Ratsam ist es, elektrische Geräte erst wieder in Betrieb zu nehmen, wenn sichergestellt ist, dass diese nicht mit Feuchtigkeit in Berührung gekommen sind.

Wenn nach einem Unwetter das Dach beschädigt wurde und zum Beispiel Dachziegel herabstürzen können, empfiehlt Tannenberg, sich aus dem Sturzbereich fernzuhalten. „Der Sturzbereich beträgt normalerweise ein Drittel der Höhe vom Boden zur Dachrinne. Lassen Sie die Gefahr umgehend beseitigen, und sperren Sie in der Zwischenzeit den Gefahrenbereich ab“, so der Brandschutzexperte abschließend.

Weitere Informationen gibt es unter Notlagen - Unwetter.