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Drei Kinder sitzen auf einer Wiese im Wald und untersuchen mit verbundenen Augen verschiedene Äste.
© Marga Bahr (Nationalpark Schwarzwald) Wildnisbildung vor Ort im Nationalpark ist im Moment nur sehr eingeschränkt möglich. Dafür gibt es jetzt online viel zu entdecken.

Wildnisbildung digital: Ein bisschen Nationalpark für zuhause

Baden-Baden (01.07.2020). Besondere Zeiten bringen besondere Ideen hervor. Ab dem heutigen Mittwoch, 1. Juli, gibt es auf der Nationalpark-Website im Blogbereich ein neues Angebot für Kinder, Jugendliche, Familien und Multiplikatoren. Wildnisbildung digital – kurz Wibidigi – bringt sozusagen ein kleines Stück Wildnis und Natur nach Hause, wenn der Besuch vor Ort gerade nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist.

„Durch Corona konnten unsere vielen Kooperationsschulen und -Kindergärten plötzlich nicht mehr in den Nationalpark kommen, da haben wir die Zeit genutzt, etwas aufzubauen, das Kinder und Jugendliche von zuhause nutzen können, um mit uns in Verbindung zu bleiben“, erklärt Sebastian Schwab, Leiter der Wildnisbildung im Nationalpark.

Beiträge und Videos laden zum Entdecken und Mitmachen ein

Die ersten Beiträge und Videos laden ab sofort zum Entdecken und Mitmachen ein. „Wir geben zum Beispiel Tipps, wie sich Nachhaltigkeit und Naturschutz im Alltag leben lassen – sei es durch Upcycling oder durch eine wilde Ecke im eigenen Garten“, erzählt Matthias Eberspächer vom Wildnisbildungsteam des Nationalparks.

„Natürlich soll unser digitales Angebot den Ausflug in den Nationalpark nicht ersetzen“, ergänzt Sebastian Schwab, Leiter der Wildnisbildung. „Aber es kann helfen zu überbrücken und später – wenn Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen uns wieder ganz normal besuchen können – kann man die Erfahrungen vor Ort weiterführen.“

Mehr als eine Übergangslösung

Denn Wibidigi soll viel mehr als eine Übergangslösung für Corona-Zeiten sein. „Hier haben Kinder und Jugendliche auch die Möglichkeit, direkt mit uns in Kontakt zu treten, Fragen zu stellen, die auftauchen, oder zu erzählen, wie sich ihr Projekt in der Schule weiterentwickelt hat“, sagt Matthias Eberspächer.

Der Blogbereich für die Wildnisbildung soll sich stetig füllen, so dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt – und nach und nach auch ein großer Schatz an Wissen online bereitsteht. Und zwar nicht nur für Kinder und Jugendliche. „Auch Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrkräfte sollen hier Material finden, um Wildnisbildung in den Kindergartenalltag einzubringen oder für den Unterricht aufzubereiten“, sagt Sebastian Schwab.

Das Wildbnisbildungsteam ist gespannt auf Feedback und freut sich über diese neue Möglichkeit, die Themen Wildnis, Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu vermitteln, Diskussionen anzuregen und Anregungen zu geben. „Schließlich spielen alle diese Themen nicht nur bei einer Exkursion im Nationalpark eine Rolle – sondern genauso im Alltag jeder und jedes Einzelnen“, sagt Sebastian Schwab. Wenn die Erfahrungen zuhause dann irgendwann wieder beim gemeinsamen Ausflug im Nationalpark besprochen werden können – umso besser.

Hintergrund

Der Nationalpark arbeitet seit seiner Gründung 2014 in engen Bildungspartnerschaften mit Kindergärten, Schulen und überregionalen Bildungsinstitutionen zusammen. 15 Kindergärten und 18 Schulen aus der Nationalparkregion haben den Nationalpark als festen Bestandteil ihrer Bildungsarbeit verankert. Die Kooperationen werden stetig weiterentwickelt. Neben den regionalen Kooperationspartnern ist der Nationalpark auch überregional vernetzt.

Dabei setzen die Kooperationen auch in der Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer an. Die pädagogischen Hochschulen Ludwigsburg und Schwäbisch Gmünd, die Lehrerseminare im Referendariat für Gymnasium und Sonderpädagogik in Freiburg und Freudenstadt (Grundschule), sowie die Fachschule für Sozialpädagogik Elly-Heuss-Knapp-Schule bereiten ihre Absolventen in intensiver Zusammenarbeit auf die Arbeit im Themenbereich Natur und Wildnis vor.