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Intendant Benedikt Stampa und OB Margret Mergen im Technikraum des Festspielhauses.
Intendant Benedikt Stampa informiert OB Margret Mergen über die Technik der neuen, 1,1 Millionen teuren Audio- und Videoanlage im Festspielhaus, die die Stadt bezahlte.

Neue Audio- und Video-Technik für Festspielhaus

Baden-Baden (02.11.2020). Oberbürgermeisterin Margret Mergen und Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa nahmen die neue Audio- und Videoanlage im Festspielhaus in Betrieb. Damit beginnt im Festspielhaus in diesem Bereich das digitale Zeitalter. Die über Sommer installierte Anlage ersetzt eine bereits sehr in die Jahre gekommene analoge Vorgängerversion.

Investition in den Medienstandort Baden-Baden

Der erste Einsatz der Anlage erfolgte bereits Ende Oktober, als ARTE zwei Konzerte aus dem Festspielhaus live ins Internet streamte und SWR2 für den Hörfunk aufzeichnete. Die Stadt investierte als Eigentümerin des Festspielhauses 1,1 Millionen Euro in die neue Technik. Der in diesem Jahr unterzeichnete Nutzungsvertrag für das Festspielhaus regelt, dass die Stadt weiterhin der Festspielhaus Baden-Baden gGmbH eine „spielfertige Bühne“ zur Verfügung stellt. Regelmäßige Investitionen wirken einem größeren Sanierungsstau entgegen.

„Gerade in diesen Zeiten ist die Investition in neue digitale Techniken enorm wichtig“, sagte Oberbürgermeisterin Margret Mergen im Rahmen eines Pressegesprächs. Sie verwies auf viele erfolgreiche Streaming- und Medienprojekte, die während der ersten Phase des Lockdowns in der Corona-Pandemie aus Baden-Baden zu sehen und zu hören waren. „Wir investieren damit auch in den Medienstandort Baden-Baden“, so Margret Mergen. Und: „Wir investieren sehr weitsichtig in die Infrastruktur des Hauses, auf das wir als großer Kultur-Leuchtturm in der Region sehr stolz sind. Wir werden weiter investieren, Stück für Stück, aber immer auf höchstem Niveau.“

Aufbau- und Produktionszeiten werden verkürzt

„Diese Investition wird uns in Zukunft sehr dabei helfen, national und international sichtbarer zu werden und Baden-Baden als Festspielort medial zu etablieren“, sagt Intendant Benedikt Stampa. „Außerdem können wir ein besseres Hör-Erlebnis bei Veranstaltungen ermöglichen, bei denen Stimme oder Instrumente verstärkt werden müssen. Die neue UHF-Anlage erleichtert das barrierefreie Hören“.

Die neue A/V-Anlage des Festspielhauses verkürzt die Aufbau- und Produktionszeiten der Medienpartner des Festspielhauses. Quer durch das Gebäude wurden 22 Kilometer Glasfaser-, Kamera- und Datenkabel neu verlegt. Acht fest installierte Kameras liefern Video-Bilder auf heutigem Fernsehstandard. Weitere Aufnahmegeräte lassen sich einfach an vielerlei Steckfeldern an verschiedenen Stellen des Hauses an das neue Netzwerk anschließen. Ferngesteuerte Winden - eine technische Premiere in Deutschland - ermöglichen das punktgenaue Fixieren von Mikrofonen über Orchestern, Chören und Solisten.

Saal-Akustik bleibt unberührt

Die weltweit hoch geschätzte Saal-Akustik des Festspielhauses bleibt von der neuen Audio-Anlage unberührt. Allerdings muss für spezielle Veranstaltungsformate aus den Bereichen Musical, Pop und Jazz nun weit weniger Equipment angemietet werden. Das ursprüngliche Lautsprecher-Beschallungskonzept war bislang eine kleine Schwäche des Hauses, da der Saal nicht optimal akustisch mit eigenen Mitteln „ausgeleuchtet“ werden konnte. Jetzt folgt das Festspielhaus in der Saalbeschallung internationalen Standards.

Ab sofort beschallen 34 neue Lautsprecher mit hochauflösender Frequenztechnik und präzisen Abstrahlwinkeln jeden Bereich des Hauses zielgerichtet. Die Sprachverständlichkeit wird dadurch extrem verbessert. Die Lautsprecher wurden versteckt angebracht, so dass die Optik unverändert bleibt. Zuletzt wurde die Anlage für barrierefreies Hören modernisiert; der Umstieg auf UHF-Technik löst die Infrarottechnik ab und ermöglicht Menschen mit Hörschwächen nun ebenfalls die bequeme Teilhabe an den exquisiten Klangerlebnissen über Mobile Connect oder einen Leih-Kopfhörer.