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Logo: Leaderkulisse Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße. Daneben ein blau grüner Schmetterling.

LEADER-Aktionsgruppe Mittelbaden bewirbt sich für zweite Förderperiode

Der Schmetterling soll weiter fliegen

Baden-Baden (04.01.2021). Das Förderprogramm LEADER soll auch in der Programmperiode von 2021 bis 2027 in der Region Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße fortgesetzt werden. Einstimmig haben sich die Mitglieder der LEADER-Aktionsgruppe Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße in ihrer Vollversammlung am 18. Dezember für diesen Vorschlag des Vorstands ausgesprochen und damit grünes Licht für die Wiederbewerbung als LEADER-Region gegeben.

Nun muss bis zum 15. Februar 2021 eine unverbindliche Interessenbekundung beim Ministerium für Ländlichen Raum Baden-Württemberg eingereicht werden. Der offizielle Wettbewerb zur Auswahl der neuen LEADER-Aktionsgruppen beginnt danach im Frühjahr 2021.

Insgesamt 47 Projekte auf den Weg gebracht

Insgesamt 47 Projekte mit einem Fördermittelvolumen von rund 3,04 Millionen Euro wurden in der LEADER-Region Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße zwischen Herbst 2015 und Oktober 2020 auf den Weg gebracht. Davon kamen rund 2,03 Millionen Euro von der EU. Seit etwa einem Jahr gibt es zusätzlich noch das sogenannte Regionalbudget für Kleinprojekte, aus dem seither 30 weitere Projekte mit Fördermitteln in Höhe von rund 288.000 Euro unterstützt wurden.

„LEADER hat unsere Region vorangebracht und eine erfolgreiche Entwicklung in Gang gesetzt“, führte der Vorsitzende der LEADER-Aktionsgruppe, Claus Haberecht, bei der Mitgliederversammlung aus. „Es gibt aber weiterhin noch großes Entwicklungspotenzial, gerade rund um den Nationalpark und die Schwarzwaldhochstraße. Hier kommt die Entwicklung nach der rund fünfjährigen Startphase des Nationalparks jetzt erst richtig in Gang, so dass wir hier auch erst jetzt aktiv werden können!“

Kooperationen sollen gestärkt und erweitert werden

Der Verein Regionalentwicklung Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße hat in den nächsten Jahren als LEADER-Aktionsgruppe noch viel vor. Bereits jetzt werden mit neuen transnationalen Kooperationsprojekten mit LAGn in Italien und Finnland zum Thema „Nachhaltige Tourismusangebote in Großschutzgebieten“ die Grundlagen für eine noch engere Zusammenarbeit mit dem Naturpark, dem Nationalpark Schwarzwald, dem Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden gelegt, die in der kommenden Förderperiode weitergeführt und vertieft werden soll.

Aber auch in interkommunaler Hinsicht sollen bestehende Kooperationen gestärkt und erweitert werden. Dies betrifft auch die Zusammenarbeit im Murgtal, die interkommunalen Beziehungen entlang des Schwarzwaldhöhenzuges in Richtung Norden sowie die bestehende Zusammenarbeit im Süden der bisherigen LEADER-Kulisse mit Gemeinden aus dem Ortenaukreis. Dem tragen auch die Überlegungen zur Arrondierung bzw. Erweiterung der Kulisse Rechnung: Nach Norden hin sollen alle Ortsteile der Stadt Gaggenau außer der Kernstadt sowie die sich nördlich anschließenden Malscher Ortsteile Völkersbach, Sulzbach und Waldprechtsweier und die gesamte Gemeinde Marxzell aufgenommen werden.

In Baden-Baden soll der Ortsteil Ebersteinburg hinzukommen. Nach Süden hin soll die zukünftige Gebietskulisse durch die Aufnahme der Gemeinden Sasbach und Sasbachwalden, die eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden Lauf und Ottersweier aus er bisherigen LEADER-Region Mittelbaden pflegen, arrondiert werden. Im Gegensatz zur aktuellen Förderperiode sollen die Kernstädte der Mittelzentren Baden-Baden, Bühl und Gaggenau nicht Teil der Kulisse sein.

Regionales Entwicklungskonzept wird evaluiert und fortgeschrieben

In thematischer Hinsicht soll die Wiederbewerbung auf dem bisherigen regionalen Entwicklungskonzept aufbauen. Das bestehende regionale Entwicklungskonzept wird dazu gründlich evaluiert und für die Neubewerbung in veränderter Form fortgeschrieben. Einige Eckpunkte finden sich bereits im Entwurf des Vorstands: Das Thema „nachhaltige, regionale Wirtschaft“ rückt in den Vordergrund.

Das bisherige Handlungsfeld „Klima- und Ressourcenschutz“ könnte entfallen und seine Inhalte mit neuen Schwerpunkten mit den übrigen Handlungsfeldern, insbesondere mit den Bereichen Naturschutz/Landschaftspflege und Tourismus verknüpft werden. Die Details sind allerdings Gegenstand des Beteiligungs- und Entwicklungsprozesses, der nach der Abgabe der Interessenbekundung im 1. Halbjahr 2021 starten wird.

Weitere Informationen

Positiv aufgenommen wurde von den Mitgliedern auch die Ankündigung, dass die LEADER-Förderung in den kommenden beiden Jahren 2021 und 2022 in Baden-Württemberg auf der Basis einer Übergangsverordnung der Europäischen Union weitergeführt werden kann. Da die neue Förderperiode wegen der Verzögerungen des Gesetzgebungsverfahrens auf EU-Ebene erst verspätetet im Jahr 2023 beginnen wird, wäre so im Falle einer erfolgreichen Wiederbewerbung ein nahtloser Übergang zwischen den beiden Förderperiode ohne Lücken im regionalen Entwicklungsprozess möglich. „Wir werden in den Jahren 2021 und 2022 weitere 260.000 Euro EU-Mittel jährlich zur Förderung von Projekten und Kooperationen erhalten“, teilte Regionalmanagerin Dr. Antje Wurz den Mitgliedern mit.

Zusätzlich gebe es wie in den Jahren zuvor Landesmittel zur Kofinanzierung sowie für Landschaftspflege- und Kulturprojekte sowie zur Förderung von Investitionen von Frauen. Da die Projekte, die in den beiden kommenden Jahren mit diesen Mittel beschlossen werden, bis spätestens 2025 abgerechnet sein müssen, ist der Weiterbetrieb der LEADER-Geschäftsstelle notwendig. Die Mitgliederversammlung hat vor diesem Hintergrund der Verlängerung der Arbeitsverträge des Geschäftsstellenpersonals zunächst bis Ende 2023 einstimmig zugestimmt.