Pressearchiv

Alisa Smith vor der Rose „Absolutely Fabulous“ in der Gönneranlage.
Alisa Smith vor der Rose „Absolutely Fabulous“ in der Gönneranlage.

Alisa Smith erzählt ihre „Rosengeschichte“ aus Amerika und Deutschland

Baden-Baden (08.07.2021). Seit März dieses Jahres arbeitet Alisa Smith aus Kalifornien im Rosenneuheitengarten auf dem Beutig mit. Bei einem Pressegespräch stellte Markus Brunsing, Leiter des städtischen Fachgebiets Park und Garten, die Rosenliebhaberin aus Los Angeles vor, die mittlerweile sogar bis November im Gartenamt fest angestellt ist für eine Kollegin, die sich im Mutterschutz befindet.

Alisa Smith ist eigentlich Archäologin mit Schwerpunkt Neolithikum (Jungsteinzeit) und Farbberaterin für Innengestaltung. Smith, in Frankfurt am Main geboren und in New York aufgewachsen, gehört seit vielen Jahren zum Team der ehrenamtlichen Rosengartenhelfer in den Rosengärten der Huntington Library in San Marino bei Los Angeles. Dort arbeitet sie im Team des international bekannten Rosenexperten Tom Carruth, dem ehemaligen Züchtungsleiter der Firma Weeks Roses in Kalifornien, der durch die Rosenwettbewerbe auch bestens bekannt ist mit Gartenamtschef Markus Brunsing.

Besondere Verbundenheit zu Deutschland

Alisa Smith hat auch eine besondere Verbundenheit zu Deutschland. Ihr Großvater studierte in Heidelberg Medizin, wanderte jedoch 1939 mit seiner jüdischen Familie nach Amerika aus, wo es zunächst Probleme gab. Sein Medizinstudium wurde in den USA nicht anerkannt. Um die Familie zu versorgen, hat Smiths Großmutter dann Knöpfe angenäht und so den Lebensunterhalt der Familie gesichert. So gibt es viele kleine Geschichten rund um das Leben ihrer Familie und die Rosen, wie Alisa Smith beim Pressegespräch erzählte.

Auch, dass sie ihre Wurzeln näher erkunden wollte und von der Deutschen Rosengesellschaft die Empfehlung bekam, nach Baden-Baden zu gehen, um bedeutende Rosengärten kennenzulernen. In der Gönneranlage hat Alisa Smith dann eine Rose von Tom Carruth mit dem Namen „Absolutely Fabulous“ entdeckt. Konnte sie anfangs den Namen keiner ihr bekannten Rose zuordnen, so klärte sich schnell auf, dass die Rose „Absolutely Fabulous“, den Namen nur in Europa trägt auf Grund einer Idee des europäischen Vertreters von Weeks Roses, Keith Jones aus England. Tatsächlich heißt die Rose in den USA „Julia Child“ und ist nach der berühmtesten amerikanischen Fernsehköchin und Kochbuchautorin benannt.

Alisa Smith kannte Julia Child persönlich, da ihre Mutter mit ihr befreundet war. Julia Child wiederum hatte mit ihrem 1961 erschienenen Kochbuch „Mastering the Art of French Cooking“ ganz wesentlichen Einfluss auf die Verbreitung der französisch-europäischen Küche in den USA.

Rosen sind Beispiele für internationale Freundschaften

Somit ist die Rose „Absolutely Fabulous“ in der Gönneranlage ein Beispiel für die internationalen Freundschaften und Beziehungen, die sich durch Rosen ergeben und die besondere Rosenbegegnungen in Baden-Baden ermöglichen. „Es ist auch bester Beweis dafür, wie klein die Rosenwelt doch ist“, wie Markus Brunsing ergänzte.

Alisa Smith wird nun also als Gartenhelferin bis Ende November vor allem im Rosenneuheitengarten anzutreffen sein. Zu ihren Hauptaufgaben gehört das Pflegen und Zuschneiden der Rosen. Für ihre Zukunft plant Alisa Smith, wieder ihrem eigentlichen Beruf, der Archäologie, in Deutschland nachzugehen.