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Screenshot des Online-Meetings „Runder Tisch der Menschen mit Behinderungen“. Zu sehen sind die Teilnehmer.
Rege Diskussionen gab es beim „Runden Tisch der Menschen mit Behinderungen“, der erneut in digitaler Form stattfand.

Runder Tisch der Menschen mit Behinderungen

Viel getan, aber Freizeitangebote müssen noch barrierefreier werden

Baden-Baden (18.11.2021). Der von der Kommunalen Behindertenbeauftragten Nora Welsch veranstaltete digitale „Runde Tisch der Menschen mit Behinderungen“ zum Thema „Freizeitmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung in Baden-Baden“ fand regen Zuspruch. Oberbürgermeisterin Margret Mergen, als Teilnehmerin der Runde, machte gleich zu Beginn deutlich, „dass sich diesbezüglich in der Stadt viel getan hat.“ So gebe es seit diesem Sommer den von den Stadtwerken angeschafften Strandrollstuhl am Badesee in Sandweier und seit kurzem den inklusiven Theaterworkshop am Theater Baden-Baden.

Außerdem profitiere man von der Kooperation mit dem Badischen Behindertensportverband und der barrierefreien Sportschule in Baden-Baden Steinbach. „Trotzdem sind viele Baden-Badener mit Behinderung in ihrer Freizeitgestaltung benachteiligt und einige fühlen sich isoliert“, machte Nora Welsch bei diesem insgesamt 11. Runden Tisch auf Schwachstellen aufmerksam und argumentierte: „Angebote für alle sind oft nicht barrierefrei, und spezielle Angebote für Menschen mit Behinderungen für Nichtbehinderte unattraktiv. Wir brauchen also mehr Anstrengung, auch in den Vereinen, für mehr Inklusion.“

Inklusiver Theaterworkshop

Dass Inklusion keine Utopie sondern Realität sein kann, machte Helena Mußler deutlich. Sie leitet als Theaterpädagogin den ersten inklusiven Theaterworkshop am Theater Baden-Baden, der Ende September startete. Das Ergebnis: 15 Personen ab 16 Jahren mit und ohne Behinderungen nahmen teil und tanzten, sangen und spielten gemeinsam Theater. Welsch, die als Ideengeberin und Teilnehmerin den Workshop selbst miterlebte, war begeistert:

„So fühlt sich Inklusion an. Alle Teilnehmende waren total offen, und wer eine bestimmte Übung schwer umsetzen konnte, hat sich eben eine andere Ausdrucksform gesucht.“ Der nächste kostenfreie inklusive Theaterworkshop ist für den 18. und 19. Dezember geplant. Anmeldungen sind möglich per E-Mail unter .

Wanderkarte mit rollstuhlgerechten Routen und vieles mehr

Wer Baden-Baden zu Fuß erkunden möchte und im Rollstuhl sitzt, kann nun auf eine Wanderkarte zurückgreifen, die Abschnitte von Wanderrouten als rollstuhlgerecht ausweist. Entwickelt wurde sie von der Baden-Baden Kur- und Tourismus GmbH (BBT) in Kooperation mit der Behindertenbeauftragten und einem Baden-Badener Bürger. Katrin Quirin, Leiterin Tourist-Informationen & Ticketing, stellte die Karte vor. Ihre Kollegin, Caterina Cancellieri, präsentierte außerdem eine neue Homepage der BBT mit Informationen zu einem barrierefreien Aufenthalt in Baden-Baden (www.baden-baden.com/barrierefrei).

Sabrina Ernst, Streetworkerin der Stadt Baden-Baden, stellte mit Vereinskollegen darüber hinaus die inklusive Handballmannschaft des BSV Phönix Sinzheim vor. Seit 2018 treffen sich Sportler mit und ohne Behinderung jeden Samstag von 10 bis 11.30 Uhr und spielen gemeinsam Handball. Neben dem Sport gibt es zahlreiche Vereinsfeste und -aktivitäten. Die Mannschaft ist für neue Mitglieder immer offen.

Weitere Informationen

Der „Runde Tisch der Menschen mit Behinderungen“ ist ein Austauschtreffen zwischen Oberbürgermeisterin, Behindertenbeauftragter, Stadtverwaltung und Menschen mit Behinderungen sowie ihren Angehörigen aus Baden-Baden. Der nächste Runde Tisch wird in etwa einem halben Jahr stattfinden. Ansprechpartnerin ist die Kommunale Behindertenbeauftragte Nora Welsch, zu erreichen per E-Mail unter sowie telefonisch unter 07221 93-20 18.