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Eunike Bottesch steht vor einem Stadtplan der Stadt Baden-Baden.
Eunike Bottesch ist als Leiterin der Erhebungsstelle für die gesamte Abwicklung des „Zensus 2022“ in Baden-Baden zuständig.

Stadt sucht ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte

Baden-Baden (05.01.2022). Wie viele Bürgerinnen und Bürger leben in den Städten und Gemeinden? Gibt es für sie ausreichend Wohnraum? Fehlen beispielsweise Schulen und Kitas, oder werden etwa neue Verkehrswege benötigt? Für diese und viele andere Fragen schafft der Zensus eine wichtige Planungsgrundlage.

EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet

Um verlässliche Zahlen zu erhalten, sind alle EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, an der EU-weiten Zensusrunde teilzunehmen, die seit 2011 alle zehn Jahre stattfindet. Ursprünglich sollte der Zensus bereits im letzten Jahr durchgeführt werden. Pandemiebedingt war dies jedoch nicht möglich, da Beschäftigte vieler Kommunen und auch der statistischen Ämter für andere Aufgaben wie die Unterstützung der Gesundheitsämter im Einsatz waren.

Im Rahmen eines Pressetermins gab Bürgermeister Roland Kaiser einen kurzen Überblick über den Zensus als „registergestütztes Verfahren, für das mit der Erhebungsstelle ein aus Datenschutzgründen komplett abgeschotteter Bereich geschaffen werden musste.“ Dieser arbeitet unabhängig von der Stadtverwaltung und hat nur den Kontakt zum Statistischen Landesamt. „Somit ist auch gewährleistet, dass auf die erhobenen sensiblen Daten kein Zugriff seitens des Rathauses, also etwa in Bereichen des Melde- oder auch Bauwesens, erfolgen kann“, wie Roland Kaiser betonte.

Erhebungsstelle Zensus 2022

Die umfangreichen Vorarbeiten zur Einführung des gesamten Bereichs hatte seitens der Verwaltung Joshua Treffert bereits Anfang Oktober 2021 übernommen. Eunike Bottesch, die die speziell für diesen Zweck eingerichteten „Erhebungsstelle Zensus 2022“ in Baden-Baden federführend leitet, ging im Weiteren auf die wesentlichen Details der Volksbefragung ein, die „ausdrücklich keine Volkszählung ist, sondern eine statistische Erhebung auf Grundlage von Stichproben“. Damit wird ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten.

Mit dem Stichtag am 15. Mai werden bundesweit bis Juli rund 11,4 Millionen Menschen befragt, davon alleine rund 5.000 Bürgerinnen und Bürger im Stadtkreis Baden-Baden. Um verlässliche Basiszahlen für Planungen zu erhalten, ist deshalb eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Bevölkerungszahl, wie jetzt wieder durch den „Zensus 2022“ notwendig. Gezählt werden dabei nicht nur die Menschen, sondern auch Gebäude und Wohnungen. Zusätzlich werden Daten zur Wohn- und Wohnungssituation wie etwa die Nettokaltmiete, Leerstände und die Eigentümerquote erfragt. Ziel des Zensus ist es, in Zukunft bedarfsgerecht zu handeln.

Haushaltsbefragung auf Stichprobenbasis

Im Gegensatz zu einer traditionellen Volkszählung, bei der alle Bürgerinnen und Bürger befragt werden, stützt sich der Zensus 2022 auf bereits bestehende Verwaltungsregister. So liefern in erster Linie die Melderegister der Kommunen die benötigten Ausgangsdaten. Um die Qualität der Datenbasis zu verbessern, wird in einer Haushaltsbefragung auf Stichprobenbasis ein Teil der Bevölkerung zusätzlich direkt befragt. „Für die ausgewählten Haushalte besteht dabei Auskunftspflicht“, so Eunike Bottesch im Gespräch.

Um die Haushaltsbefragung durchführen zu können, sucht die Stadtverwaltung ab sofort sogenannte Erhebungsbeauftragte, die kurze persönliche Interviews mit den ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort führen und ihnen ein Schreiben mit Zugangsdaten zu einem Online-Fragebogen übergeben. Nötig sind dafür zirka 60 bis 70 Personen; derzeit liegen der Stadtverwaltung bereits 35 Zusagen vor. Bei Bedarf sind die ehrenamtlichen Interviewer auch beim Ausfüllen behilflich. Die Befragungen durch die ehrenamtlich Tätigen erfolgen im Zeitraum vom 16. Mai bis Ende Juli.

Weitere Informationen

Die Erhebungsbeauftragten sind in der Zeiteinteilung frei, können die Interviews beispielsweise auch nach Feierabend oder am Wochenende durchführen. Für ihre Tätigkeit als Zensus-Erhebungsbeauftragter erhalten die im Vorfeld Geschulten eine steuerfreue Aufwandsentschädigung in Höhe von zirka 600 bis 700 Euro. Sie sind mit Übernahme dieser Aufgabe allerdings auch zum gewissenhaften Umgang mit den sensiblen Daten verpflichtet.

Alle wesentlichen Informationen zu den Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für diese Tätigkeit sind im Internet  zusammengestellt. Fragen zum Thema beantworten die Mitarbeitenden der städtischen Erhebungsstelle darüber hinaus auch telefonisch unter 07221 93-18590 oder per E-Mail an .