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Steingarten mit einzelner Pflanze
(c) Jürgen Treiber / Pixelio.de Den Vorgarten zugeschüttet mit Kies und Steinen – so sollte ein Garten nicht aussehen.

Schottergärten – ein Graus für die Umwelt und baurechtlich verboten

Baden-Baden (28.03.2022). In den letzten Jahren hat sich in Deutschlands Gärten eine Unart ausgebreitet. Statt Grasflächen, Stauden und Gehölzen findet man immer mehr Schotterflächen.

Diese Gärten sind großflächig mit Steinmaterial bedeckt, häufig mit gebrochenen Steinen. Vorgärten ähneln so eher einer Steinwüste, als einer schön gestalteten grünen Oase. Pflanzen hingegen machen Gärten attraktiv für Menschen und Tiere und leisten einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt. Schottergärten sind jedoch ein Alptraum für Schmetterlinge, Vögel, Bienen und sonstige Tiere. Hier finden Sie weder Nahrung, noch Unterschlupf. Außerdem sind sie schlecht für das Klima, da sie keinen Feinstaub binden und keinen Sauerstoff produzieren.

Pflege ist aufwändig und mühsam

Der Lärm der vorbeifahrenden Autos wird durch den Schotter verstärkt. Die Bodenfruchtbarkeit geht verloren – eine spätere Renaturierung ist sehr aufwändig. Die Steine der Schottergärten wärmen sich bei Sonnenschein vor allem im Sommer enorm auf und halten diese Wärme auch über Nacht. Angesichts der Klimaerwärmung ist dies ein unerwünschter Effekt, der die Überhitzung der Städte fördert und den Kaltluftaustausch behindert. Dazu kommt, dass die Anlage eines Schottergartens oft kostenintensiver ist als gedacht und auch alles andere als pflegeleicht.

Auf dem Schotter, in den Zwischenräumen und sogar unter der Folie sammeln sich Laub und Staub. Auf diesem Nährboden können durch Vögel oder Wind verbreitete Samen keimen und nach wenigen Jahren wächst auch in Schottergärten das Unkraut. Die Pflege eines Schottergartens ist aufgrund der Oberfläche sehr aufwändig und mühsam.

Landesbauordnung schreibt „Grünflächen“ vor

Die Landesbauordnung Baden-Württemberg schreibt vor, dass unbebaute Flächen als „Grünflächen“ anzulegen oder anderweitig zu begrünen sind. Graue Schotterwüsten erfüllen diese gesetzlichen Vorgaben nicht und sind daher baurechtlich verboten. Die richtige Wahl ist deshalb ein begrünter, insektenfreundlicher Garten. Dieser muss nicht zwangsläufig mehr Arbeit bedeuten. Die heimische Natur bietet viele Pflanzen, die pflegeleicht und ästhetisch sind und gleichzeitig unserer heimischen Tierwelt Nahrung und Lebensraum bieten.

Die Gartenbesitzer sollten standortgerechte Pflanzen verwenden, die gut zu Boden und Klima passen. Zudem sollte offener Boden vermieden werden, um unerwünschten Gräsern keinen Raum zu bieten. Es empfehlen sich langsam wachsende kleine Gehölze zu pflanzen. Gut für die Natur sind ausgesäte Wildblumen oder eingepflanzte Bodendecker. Zu bevorzugen sind dabei heimische Pflanzen, die das Nahrungsangebot für Vögel, Hummeln und Schmetterlingen bereichern und solche, die unsere Blühsaison verlängern.

Auf Exoten im Garten verzichten

Verzichten sollten Gartenbesitzer auf Exoten wie Thuja, Bambus, Kirschlorbeer etc., die heimischen Tieren nichts zu bieten haben. Bei der Gartengestaltung muss keineswegs auf Steine verzichtet werden: So bieten beispielsweise Trockenmauern oder Steinhaufen einen wichtigen Lebensraum für wärmeliebende Tierarten und einzelne Findlinge zwischen der Bepflanzung werten den Garten optischen auf.

Bei der Umgestaltung eines bereits bestehenden Schottergartens ist die Folie oder das Vlies zu entfernen, allerdings muss nicht das ganze Gestein abgefahren werden. Mit etwas Sand und Kompost verfüllt, lässt sich ein Trockenstandort anlegen für magere Wildblumenwiesen, trockenheitsliebende Wildstauden oder Kleingehölze, die wenig Pflege benötigen. Bei der Neuanlage oder Umgestaltung für einen pflegeleichten Garten ist es in jedem Fall wichtig die richtigen Pflanzen zu wählen. Unter www.nabu.de finden Interessierte dazu wertvolle Hilfestellungen.