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Ausgeschaltete Glühbirne

Ganz wichtig - Energie einsparen wo immer möglich!

Baden-Baden (26.07.2022). Auf kräftiger ansteigende Energiekosten müssen sich die Strom- und Gaskunden in Baden-Baden einstellen. Stadtwerke-Chef Helmut Oehler kündigte an, dass die Gaspreise ab Oktober um 50 Prozent angehoben werden müssen. Dramatisch gestiegene Einkaufskosten auf den Energiemärkten lassen den Stadtwerken keine Chance.

Energiepreise steigen weiter an

„Weil sich die Gaspreise mittlerweile versechsfacht haben“, sagte Oehler in einem Pressegespräch, „bleibt uns keine andere Wahl.“ Im Sommer 2021 hätten die Stadtwerke für eine Megawattstunde noch um 20 Euro bezahlt. Inzwischen liege der Preis bei beachtlichen 130 Euro! „Vor Jahresfrist absolut unvorstellbar“, unterstrich Oehler.

Mehr bezahlen müssen auch die Stromkunden. Voraussichtlich zum Jahreswechsel steigen auch dort die Preise um 50 Prozent. Die Stromeinkaufspreise haben sich laut Oehler von 50 Euro pro Megawattstunde auf mittlerweile 270 Euro um mehr als das Fünffache erhöht. Und die Stadtwerke gehen davon aus, dass die Energiepreise weiter ansteigen werden. Oehler unterstreicht, die Stadtwerke seien auch dann noch immer bei den günstigeren Energieanbietern.

Wichtig ist das Energieeinsparen! Das gilt für die Stadtwerke, Firmen und die privaten Haushalte. „Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass wir diesen Winter nicht so gut mit Gas versorgt sind, wie wir das aus den letzten Wintern kennen“, sagt Oehler. „Energiesparen ist eine gute Idee, allein schon aus preislichen Gründen.“ Mögliche Versorgungsengpässe vor Augen wollen die Stadtwerke in Zukunft noch mehr Energie einsparen.

Warmbadetage entfallen

Ein erster Schritt ist das Berthold-Hallenbad, bei dem ab September die beiden Warmbadetage mit einer Wassertemperatur von 30 Grad entfallen. Zudem ist geplant, die normale Wassertemperatur von 28 Grad nach und nach zu senken. Nicht ausschließen kann Oehler, je nach Situation das Hallenbad komplett zu schließen.

Auch das Rathaus arbeitet intensiv an konkreten Plänen zur weiteren Energieeinsparung in den Gebäuden der Stadt. Wie der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, Siegfried Schmich, informiert, komme ein Absenken der Raumtemperatur in Schulen und Kindergärten derzeit nicht in Betracht. Allerdings gebe es Überlegungen, die Raumtemperaturen der Büros in der kalten Jahreszeit von 23 Grad auf 20 Grad herunterzufahren. „Pro Grad weniger sparen wir sechs Prozent des Energieverbrauchs, das gilt natürlich auch für die privaten Haushalte“, unterstreicht Schmich. Zudem könnten die Mitarbeiter mehr im Homeoffice arbeiten, um möglicherweise einzelne Büro-Etagen stillzulegen.

Der Blick der Verwaltung richtet sich zudem auf die Sporthallen. Dort könnte man sich vorstellen, die Innentemperatur von derzeit 19 Grad etwas zu senken. Hinzu komme ein Absenken der Duschwasser-Temperaturen. Nach wie vor arbeite man im gesamten Verwaltungsbereich an weiteren Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Beleuchtungseinrichtungen. Laut Schmich sei noch nichts beschlossen. All dies seien Szenarien, die seitens der Politik zu entscheiden seien.

Energieeffizienz ist ganz wichtig

Martin Weßbecher von den Stadtwerken informierte über Einsparungen: „Energieeffizienz ist ganz wichtig. Wo möglich setzen wir LED-Leuchten ein. Moderne und verbrauchsarme Busse, Hybridbusse und reine Elektrobusse helfen mit, die hohen Treibstoffpreise etwas einzufangen. In den letzten Jahren haben die Stadtwerke bereits viele Maßnahmen umgesetzt, die sich heute positiv auf den Energieverbrauch auswirken. So lässt sich Licht über Bewegungsmelder steuern, damit das Licht nicht ununterbrochen brennt, beispielsweise in Fluren. Der Austausch von älteren, nicht mehr ganz dichten und damit ineffizienten Fenstern trägt ebenso zum Sparen bei. Deshalb werden die Stadtwerke die großflächigen Fenster im Berthold-Hallenbad im Sommer nächsten Jahres austauschen. Die Kläranlage nutzt ein über Faulgas betriebenes Blockheizkraftwerk. Damit lässt sich die Kläranlage und angeschlossene Komponenten nahezu autark versorgen.“

Weßbecher empfiehlt im Winter Wärmeverluste im Haus zu vermeiden. Dazu tragen über Nacht geschlossene Rollläden und Vorhänge bei. Und gedämmte Heizkörpernischen sparen bis zu vier Prozent Heizkosten. Das Absenken der Raumtemperaturen trägt ebenso zum Sparen bei, wie eine regelmäßige Wartung der Heizungsanlage, die sich so bis zu 15 Prozent optimaler betreiben lässt. Und wer nachts die Heizung auf 16 bis 18 Grad herunterfährt, spart zwischen 20 und 30 Prozent Energie. Spürbare Einsparungen von bis zu 40 Prozent bringen moderne Heizungssysteme, wie beispielsweise Brennwertkessel.

Uhlig: Müssen bereit sein unsere Komfortzone zu verlassen

Wo lässt es sich noch sparen? Beispielsweise beim Duschen. Denn wer die Badewanne trocken lässt, kann in einem Vier-Personen-Haushalt etwa 150 Euro einsparen. Bewusstes Stoß- und Querlüften statt dauergekippter Fenster bringt ebenfalls eine spürbare Ersparnis von rund 150 Euro pro Jahr.

Erster Bürgermeister Alexander Uhlig, der dem Pressegespräch online zugeschaltet war, betonte, dass am Energieeinsparen kein Weg vorbeiführe: „Ohne Einsparungen und damit verbundenen Einschränkungen lasse sich unsere Energieeinsparziele nicht umsetzen. Wir alle in Baden-Baden müssen dazu bereit sein, unsere gewohnte Komfortzone zu verlassen. Es gibt keine Alternative. Wir haben das ökonomische und ökologische Gebot Energie einzusparen und müssen uns mit diesen Dingen auseinandersetzen, und zwar ab heute.“

Zahlreiche Informationen zum Thema bietet das Internet. So von den Stadtwerken unter www.stadtwerke-baden-baden.de oder der Energieagentur Mittelbaden: www.energieagentur-mittelbaden.de.