PFAS-Problematik

Seit Spätsommer 2013 wurden im Rahmen von Untersuchungen auf landwirtschaftlichen Flächen und in Grundwassermessstellen im Stadtkreis Baden-Baden sowie im Landkreis Rastatt größere Boden- und Grundwasserverunreinigungen durch den Schadstoff PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) festgestellt. Auch im Stadtkreis Mannheim wurden seitdem PFC-Belastungen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen gefunden.

Mittel- und Nordbaden wird auf längere Sicht mit der PFAS-Belastung der Böden und des Grundwassers leben müssen. Nach aktuellem Erkenntnisstand ist eine flächendeckende Sanierung mit verhältnismäßigen Mitteln nicht zu bewerkstelligen. Für die beteiligten Behörden hat der Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen höchste Priorität.

Hinweis

PFAS ist die Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen und umfasst als Stoffgruppe mehr als 3000 Einzelsubstanzen. Synonym hierzu wird die Stoffgruppe auch als PFC (per- und polyfluorierte Chemikalien) bezeichnet. PFAS sind synthetisch hergestellte Stoffe, die nicht natürlich vorkommen. In der Umwelt werden PFAS praktisch nicht abgebaut. PFAS zeichnen sich durch ihre wasser-, schmutz-, und fettabweisenden Eigenschaften aus. Aus diesem Grund finden sie vielfältige Verwendung in zahlreichen Produkten wie beispielsweise Outdoor- und Arbeitskleidung, Lebensmittelverpackungen (Pappbecher, Pizzakartons,…), Feuerlöschschäumen und Imprägniersprays. Weitere Informationen finden Sie auch auf dem Internetauftritt des Umweltbundesamtes.

Bei regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen vor Ort werden die Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Kenntnisstand der Behörden informiert. Dabei wird außerdem die Möglichkeit geboten mit Experten rund um das Thema PFAS zu diskutieren. Hier finden Sie alle Vorträge der jeweiligen Bürgerinformationen zum Herunterladen.

Die PFAS-Geschäftsstelle des Landratsamt Rastatt veröffentlicht regelmäßig einen PFAS-Newsletter mit Neuigkeiten und interessanten Artikeln rund um das Thema PFAS in Mittelbaden. Den Newsletter können Sie auf dem Internetauftritt des Landratsamts abonnieren.

Hinweis

Auf Grund der Datenlage und dem Vorliegen von vereinzelt erhöhten Werten in Gartenbrunnen spricht die Stadtverwaltung Baden-Baden folgende Empfehlung aus: Für den Stadtteil Sandweier, das Gewerbegebiet Steinbach-West und den Gewerbepark Bollgraben ist vorsorglich auf eine Beregnung der Gartengrundstücke und Hausgärten mit Grundwasser zu verzichten und die Bewässerung mit Trink- oder Regenwasser vorzunehmen.

Mit der Stabsstelle PFAS des Regierungspräsidiums Karlsruhe steht den Bürgerinnen und Bürgern eine zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema PFAS zur Verfügung. Weiterführende ausführliche Informationen unter anderem zu Boden und Grundwasser, Landwirtschaft, Blutkontrolluntersuchungen, Forschungsvorhaben und vieles mehr finden Sie auf dem Internetauftritt der Stabsstelle PFAS.

Der Bericht “Die PFAS-Verunreinigung in den Regionen Rastatt/Baden-Baden und Mannheim” des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit Stand Oktober 2025 gibt einen Überblick über den aktuellen Kenntnisstand und die ergriffenen Maßnahmen zum PFAS-Schadensfall. Die Veröffentlichung richtet sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger und eignet sich auch als Einstieg für Fachleute, die sich dann über die weiterführenden Links vertiefter mit der Thematik befassen können.

Im Bereich Grundwasser wurde durch die LUBW das großräumige Grundwassermodell Basel-Karlsruhe (LOGAR) fortgeschrieben und für den Bereich Rastatt / Baden-Baden ein Detailmodell mit einer Transportmodellierung entwickelt. Ziel der Simulationen ist, die PFAS-Gehalte des Grundwassers im Raum Rastatt und Baden-Baden analysieren und quantifizieren zu können.