Ausstellung einer Todesbescheinigung

Ist eine Person verstorben, muss sofort der nächste erreichbare Arzt gerufen werden, um den Tod festzustellen und eine Todesbescheinigung auszustellen.

Folgende Personen sind in nachstehender Reihenfolge zur Veranlassung der sogenannten Leichenschau durch einen Arzt verpflichtet:

  • der Ehegatte
  • die volljährigen Kinder
  • die Eltern
  • die Großeltern
  • die volljährigen Geschwister
  • die volljährigen Enkelkinder des Verstorbenen
  • derjenige, in dessen Wohnung, Einrichtung oder auf dessen Grundstück sich der Sterbefall ereignet hat
  • jede Person, die bei dem Tode zugegen war oder von dem Sterbefall aus eigenem Wissen unterrichtet ist.

Todesfall in Krankenhaus, Altersheim oder anderen Einrichtungen

Ist der Tod in einem Krankenhaus, Entbindungsheim, Pflege- oder Altersheim, Erziehungs- oder Gefangenenanstalt oder einer ähnlichen Einrichtung eingetreten, so ist an erster Stelle der leitende Arzt des Krankenhauses bzw. der Leiter der sonstigen Einrichtung verpflichtet, die Leichenschau zu veranlassen. In einem Personenbeförderungsmittel wie einem Linienbus ist es der Fahrer.

Todesbescheinigung durch den Arzt

Grundsätzlich ist jeder niedergelassene Arzt und jeder Arzt eines Krankenhauses oder einer sonstigen Anstalt verpflichtet, die Leichenschau auf Verlangen vorzunehmen. Im Rettungsdienst eingesetzte Notärzte hingegen stellen den Tod fest, sind aber nicht verpflichtet, vollständige Todesbescheinigungen auszustellen. In einem solchen Fall muss ein anderer Arzt hinzugerufen werden.

Der Arzt, der die Leichenschau vornimmt, gibt die Todesbescheinigung der Person, die für die Bestattung sorgt.

Die Todesbescheinigung besteht aus einem nicht vertraulichen Teil (Blatt A und B) und einem vertraulichen Teil (Blatt 1 und 2), der in einem Umschlag verschlossen wird. Beides ist bei der Anzeige des Sterbefalls dem Standesamt, in dessen Bezirk der Tod eintrat, vorzulegen.

Bei ungeklärter Todesursache

Falls die Todesart ungeklärt ist, behält der Arzt den vertraulichen Teil der Todesbescheinigung zurück und benachrichtigt die örtliche Polizeidienststelle. Die Polizei unterrichtet den Arzt über die Ergebnisse der Ermittlungen.
Haben diese Ermittlungen einen natürlichen Tod ergeben, ergänzt der Arzt den vertraulichen Teil der Todesbescheinigung und leitet ihn dem zuständigen Standesamt zu.

Haben die polizeilichen Ermittlungen oder bereits die Leichenschau Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod ergeben, insbesondere wenn Fremdeinwirkung oder unterlassene Hilfeleistung zu vermuten ist, wird von der Polizei die Staatsanwaltschaft beteiligt, damit gegebenenfalls durch ein gerichtsmedizinisches Gutachten (und eine Obduktion) die Todesursache festgestellt wird. Dies gilt auch, wenn jemand seinem Leben selbst ein Ende gesetzt hat.

Wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, beurkundet der Standesbeamte den Sterbefall erst auf deren Anzeige.