Verpflichtungserklärung abgeben

Ein chinesischer Mann und eine chinesische Frau umarmen sich an einem Bahnhof. Neben der Frau steht ein Koffer.Bild vergrößern
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Sie möchten Ausländer oder Ausländerinnen einladen, die den Aufenthalt in Deutschland nicht finanzieren können? Für die Erteilung oder Verlängerung eines Visums oder eines Aufenthaltstitels können Sie eine Verpflichtungserklärung abgeben. Dies gilt auch bei Aufenthalten zu geschäftlichen Zwecken.

Mit Abgabe der Verpflichtungserklärung verpflichten Sie sich für einen Zeitraum von fünf Jahren, die Kosten für den Lebensunterhalt des Ausländers zu tragen. Diese Verpflichtung beinhaltet, dass Sie alle öffentlichen Mittel erstatten, die für den Lebensunterhalt einschließlich der Versorgung mit Wohnraum sowie der Versorgung im Krankheits- oder im Pflegefall anfallen. Das gilt auch für eine eventuelle Rückreise in den Heimatstaat (Ausreise- beziehungsweise Abschiebungskosten).
Die Frist von fünf Jahren beginnt mit der Einreise des Ausländers.

Informieren Sie sich frühzeitig

Um zeitaufwändige Nachforderungen bei der deutschen Auslandsvertretung zu vermeiden, sollten sich Reisende rechtzeitig vor Reisebeginn mit der zuständigen Auslandsvertretung in Verbindung setzen und sich nach den jeweiligen örtlichen Besonderheiten erkundigen.

Aufenthaltsdauer des Gastes

Mit einer Verpflichtungserklärung ist ein Aufenthalt von maximal 90 Tagen innerhalb von sechs Monaten möglich. Die Entscheidung über das Visum treffen ausschließlich die deutschen Auslandsvertretungen (Botschaften, Konsulate).

Voraussetzungen

  • ausreichende Bonität: Die zuständige Stelle ermittelt diese in jedem Einzelfall separat.
  • Abschluss einer Reisekrankenversicherung mit einer Mindestdeckung von 30.000 Euro
    Hinweis: Bevor die Ausländerin beziehungsweise der Ausländer das Visum erhält, muss sie beziehungsweise er den Abschluss einer Reisekrankenversicherung gegenüber der deutschen Auslandsvertretung nachweisen.

Verfahrensablauf

Sie müssen die Verpflichtungserklärung schriftlich oder elektronisch bei der zuständigen Stelle abgeben. Die Erklärung muss handschriftlich unterschrieben oder mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen sein.

Das Formular erhalten Sie bei der zuständigen Stelle.

Hinweis: Natürliche, aber auch juristische Personen wie beispielsweise Firmen oder karitative Vereine können eine Verpflichtungserklärung abgeben.

Die zuständige Stelle prüft im Rahmen des Verfahrens Ihre Bonität.

Erforderliche Unterlagen

  • Antragsformular (einzuladende Personen ab 16 Jahren benötigen eine eigene Verpflichtungserklärung)
  • Nachweis der finanziellen Leistungsfähigkeit (Gehaltsabrechnungen der vorangegangenen drei Monate oder Kaution von 2.500 Euro pro einzuladender Person in Form eines Sparbuches mit Sperrvermerk oder Bescheinigung des Steuerberaters bei Selbstständigen)
  • Nachweis über den Wohnraum (Mietvertrag oder Grundbuchauszug)
  • Kopie des Passes der einzuladenden Person

Kosten

je Verpflichtungserklärung: EUR 29,00

Bearbeitungsdauer

ein bis zwei Wochen